Swiss-Spitze: Grosse Unsicherheit über Auswirkungen des Iran-Kriegs

Keystone-SDA
Keystone-SDA

Zürich,

Die Swiss-Spitze kann die Folgen des Iran-Krieg noch nicht voll abschätzen. Die Unsicherheiten seien derzeit noch zu gross, sagten die Verantwortlichen der Fluggesellschaft am Freitag an der Bilanzmedienkonferenz in Kloten.

Swiss Flughafen Zürich
Ein Flugzeug der Swiss hebt vom Flughafen Zürich ab. - keystone

Es sei im Moment wie bei einem Spurabbau auf der Autobahn: Durch die Schliessung von Lufträumen blieben gegenwärtig nur noch zwei schmale Flugkorridore nach Asien. Der eine führe über die Türkei und Aserbaidschan, der andere über Saudi-Arabien. «Da müssen wir durch, aber alle anderen Airlines aus Europa auch», sagte der operative Chef Oliver Buchhofer.

Derzeit gebe es noch genügend Kapazitäten für Flüge nach Asien. Aber wenn der Luftraum über Aserbaidschan geschlossen würde, «hätten wir ein grösseres Thema», sagte Buchhofer.

Anlass zur Sorge gibt, dass es auch Beschuss von aserbaidschanischem Territorium gab. Am Vortag schlugen in der aserbaidschanischen Exklave Nachitschewan Drohnen am Flughafen und in der Nähe einer Schule ein. Der Iran bestreitet zwar eine Verantwortung für den Angriff.

Aber Aserbaidschan kündigte gleichwohl Vergeltung für den «abscheulichen Terrorakt» an. Präsident Ilham Aliyev versetzte die Streitkräfte in Einsatzbereitschaft.

Derzeit seien die Auswirkungen des Kriegs für die Swiss noch begrenzt. Die Flugzeit nach Asien sei auf der Strecke über Aserbaidschan nicht viel länger, sagte Buchhofer.

Auf der anderen Seite sei die Nachfrage nach Flugtickets nach Asien gestiegen durch den Ausfall der Golf-Airlines. Das führe auch zu höheren Ticketpreisen, sagte Finanzchef Dennis Weber im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. Gleichzeitig sei aber die Auslastung der Swiss-Maschinen hoch. Deshalb könne man nicht sehr viele Zusatztickets verkaufen.

Zudem fallen die Flüge nach Tel Aviv und Dubai weg. Israel sei wichtig für den Lokalverkehr, aber auch für den Umsteigeverkehr nach Nordamerika. «Das tut uns weh», sagte Kommerzchefin Heike Birlenbach. Ob das alles zu Verlagerungen der Nachfrage führe, sei noch zu früh zu sagen.

Die Kosten von einer Woche Krieg im Mittleren Osten seien schwierig zu beziffern, sagte Weber. Aber sie seien nicht in einer Grössenordnung, dass er besorgt sei über den finanziellen Ausblick für das Geschäftsjahr 2026.

Wenn der Treibstoffpreis, der seit vergangener Woche um 50 Prozent nach oben geschossen ist, auf dem jetzigen Niveau bleibe, dürfte das die Swiss einen dreistelligen Millionenbetrag zusätzlich kosten. Im vergangenen Jahr habe die Swiss für ihre Tankrechnung rund 1 Milliarde Franken bezahlt, sagte Weber im Gespräch mit AWP. Das sei der grösste einzelne Kostenblock der Fluggesellschaft.

Die Swiss kämpft aber nicht nur mit dem Krieg im Mittleren Osten, sondern auch mit hausgemachten Problemen. So stehen eine Reihe Flugzeuge am Boden, weil Triebwerke oder Piloten fehlen. Um dennoch fliegen zu können, muss die Swiss Flugzeuge samt Besatzung von anderen Airlines mieten (im Fachjargon Wetlease genannt).

Derzeit habe die Airline 27 Maschinen von Helvetic und Air Baltic im Einsatz, hiess es. Das Pilotenproblem sollte sich im nächsten Jahr deutlich entspannen, weil man mit Hochdruck neue Piloten ausbilde, sagte Buchhofer.

Dann will die Swiss den Einsatz von fremden Airlines zurückfahren. Denn diese verursachen Kosten, die zusätzlich zu den Kosten für die Swiss-Maschinen anfallen, die nicht fliegen können. Kommerzchefin Birlenbach sprach von einer Reduktion auf 15 Wetlease-Maschinen.

Eine Halbierung der Zahl der Weltease-Maschinen würde die Swiss wieder näher an das Betriebsgewinnziel von 12 Prozent bringen, das die Swiss-Spitze erreichen will. 12 Prozent EBIT-Marge wird uns 2026 noch nicht gelingen, sagte Finanzchef Weber. «Aber wir wollen im nächsten Jahr Schritte in diese Richtung machen.» 2025 tauchte die EBIT-Marge auf noch 9 Prozent von 12 Prozent im Jahr 2024.

Kommentare

User #5676 (nicht angemeldet)

Dann muss nach Indien fliegen da sind gute Freunde

User #1293 (nicht angemeldet)

Herzig die Leminge rennen schon wieder wie Dodos auf der Suche nach Windeln durch die gegend---LOL LOL

Weiterlesen

confiseur
285 Interaktionen
Gen Z
daniela
77 Interaktionen
Schönheitseingriffe

MEHR AUS STADT ZüRICH

7 Interaktionen
Zürich
1 Interaktionen
Zürich
6 Interaktionen
Zürich
Zürcher Unispital