So turbulent waren die ersten Jahren von McDonald's in der Schweiz

Keystone-SDA
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Bern,

Die erste McDonalds-Filiale in der Schweiz wurde 1976 in Genf eröffnet. Bei Einigen jedoch stiess die amerikanische Restaurant-Kette auf heftige Ablehnung. Vandalismus, Boykottaufrufe und Brandanschläge waren die Folge.

McDOnald's
Eine McDonald's-Filiale in der Schweiz. - keystone

Bei der Eröffnung zählte das erste Schweizer McDonald’s-Restaurant gemäss eigenen Angaben 25 Mitarbeitende – die Kundschaft konnte zwischen acht Produkten auf der Karte auswählen.

Zu der Filiale an der Rue du Mont-Blanc sind in den letzten fünfzig Jahren Restaurants an 190 weiteren Standorten und über 8400 Angestellte hinzugekommen. Dabei verlief die Etablierung der amerikanischen Fast-Food-Kette in der Schweiz keinesfalls ohne Zwischenfälle.

Bei Teilen der Bevölkerung stiessen die McDonalds-Filialen auf heftige Ablehnung – sie wurden als Bedrohung für die lokale Gastronomie und als Symbol der Amerikanisierung wahrgenommen.

Nachdem die Fensterscheiben eines McDonald’s-Restaurants in Zürich wiederholt eingeschlagen worden waren, kam es im Sommer 1982 zu einem grösseren Brand. Der Sachschaden betrug mehrere 100'000 Franken. Die Polizei vermutete einen Brandanschlag.

Die schnelle Expansion der amerikanischen Schnellimbiss-Kette liess sich davon allerdings nicht aufhalten: Zwanzig Jahre nach der Ersteröffnung zählte McDonald’s bereits 67 Restaurants in der Schweiz mit 4250 Voll- und Teilzeitstellen.

Die Performance von McDonald’s in der Schweiz und weltweit sei «überdurchschnittlich», sagte Urs Hammer, damaliger Generaldirektor und Verwaltungsratspräsident von McDonald's Restaurants Suisse SA, anlässlich des zwanzigsten Geburtstags. «Wir können zu unseren Produkten stehen!», fügte Hammer stolz an.

Diese Auffassung teilte die Umweltorganisation Greenpeace allerdings nicht. Im Jahr 2000 stürmten als Hühner verkleidete Greenpeace-Aktivistinnen und -Aktivisten McDonald’s-Filialen in Zürich, Basel, Aargau und Luzern, um gegen den Einsatz von Gentech-Futter zu protestieren.

Die Proteste zeigten Erfolg: Ab Frühjahr 2001 werden sämtliche McDonald’s-Filialen in der Schweiz auf genmanipuliertes Hühnerfutter verzichten, teilte damals eine Sprecherin von McDonald’s mit. Und auch die Schweizer Bauernbetriebe, die Rinder für McDonald’s liefern, wurden angewiesen, «vorläufig auf den Einsatz von Gentech-Futtermittel zu verzichten».

Seit der Eröffnung 1976 wurde der berühmte «Big Mac» mit Rindfleisch der Firma Bell aus dem Kanton Solothurn zubereitet. Das Rezept der Sauce sei seit fünfzig Jahren unverändert geblieben, schreibt McDonalds Schweiz auf der eigenen Webseite.

Heute stammen laut dem Unternehmen mehr als 85 Prozent der Lebensmittel von Schweizer Lieferanten. Neben dem beliebten Klassiker kennt das Angebot der Schweizer McDonald's-Filialen mittlerweile auch Kreationen wie McRaclette oder Rösti-Pommes.

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