SMI verliert weitere 2 Prozent
Am Schweizer Aktienmarkt geht es auch am Donnerstagnachmittag deutlich bergab. Nachdem vor der Börseneröffnung in den USA eine hohe Nervosität an den europäischen Märkten geherrscht hat, notieren die wichtigsten US-Indizes auch am Donnerstag im frühen Handel wieder im roten Bereich, aber moderater als am Tag zuvor.

Dem Schweizer Leitindex (SMI) hilft sein defensiver Charakter, an anderen Märkten wie Deutschland oder Grossbritannien geht es im Vergleich noch massiver runter. Der SMI verliert gegen 15.50 Uhr 2,0 Prozent auf 12'511 Punkte. Zum Allzeithoch einige Tage vor Kriegsbeginn bei 14'064 Zählern summiert sich der Einbruch auf gut 11 Prozent.
Deutlich steigende Ölpreise im Zuge des Iran-Kriegs verstärkten die Ängste der Anleger vor einer steigenden Inflation und einer Beeinträchtigung der Wirtschaft, heisst es am Markt. Die Stimmung werde von Risikoscheu dominiert, kommentiert ein Aktienstratege.
Die Märkte hätten weiterhin eine brisante Mischung aus geopolitischen Entwicklungen und Signalen der Zentralbanken zu verdauen. Und die erneute Eskalation im Nahen Osten lasse Stagflationsängste wieder aufleben, gerade als sich die Anleger bis März allmählich mit der Inflationsentwicklung abgefunden hätten.
Steigende Energiepreise infolge des Iran-Kriegs könnten auch nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank das Wirtschaftswachstum bremsen und die Inflation kräftig anheizen, wie es am Nachmittag von der EZB hiess. Die Leitzinsen hält sie dennoch konstant.
Auch die SNB und die US-Notenbank beliessen den Leitzins erwartungsgemäss unverändert, zeigten sich wegen des Iran-Kriegs aber ebenfalls besorgt.
Mit der Eskalation im Nahen Osten hat der US-Dollar sowohl zum Euro als auch zum Franken am Donnerstag weiter zugenommen. Gleichzeitig sank der Franken auch zum Euro, nach dem Stillhalten der SNB.
Der Ölpreis hat seinen steilen Anstieg des Vortages fortgesetzt. Ein Fass der Nordseesorte Brent kostete am Donnerstagvormittag im Hoch fast 120 Dollar. Mittlerweile ist der Preis mit rund 110 Dollar wieder etwas zurückgekommen.






