SIX Swiss Exchange von Streit zwischen Schweiz und EU betroffen
Der Streit zwischen der EU und der Schweiz eskaliert und betrifft die Schweizer Börsengeschäfte der SIX Swiss Exchange.

Das Wichtigste in Kürze
- Die EU und die Schweiz steuern auf eine weitere Eskalation ihres Streits zu.
- Es geht dabei um ein neues Partnerschaftsabkommen zwischen den beiden.
Die Schweizer Regierung weigert sich wegen innenpolitischer Widerstände, dem bereits ausgehandelten Vertrag zuzustimmen. Deshalb wird die EU an diesem Sonntag die Anerkennung der Schweizer Börsenregulierung auslaufen lassen. Damit werden EU-Händler nicht mehr wie bisher an der Börse in Zürich handeln können.
Die Schweizer wollen negative Konsequenzen mit einer Verordnung aushebeln. Sie haben angekündigt, im Gegenzug den Handel mit Schweizer Aktien in der EU zu unterbinden. Wenn Papiere nicht im nennenswertem Umfang in der EU gehandelt werden, können EU-Händler auch an Plätzen in Drittländern tätig sein.
SIX Swiss Exchange betroffen
Rund 30 Prozent der Schweizer Börsenschwergewichte - darunter Nestlé, Roche und Novartis - werden im Ausland gehandelt. Marktteilnehmer rechnen damit, dass ein Teil davon nach Zürich wandert und sich das Volumen dort deshalb sogar erhöhen könnte.
Für die Börse SIX Swiss Exchange sei das ein Nebeneffekt, sagt Sprecher Julian Chan. «Für uns hat das Erreichen der dauerhaften Äquivalenzanerkennung höchste Priorität.» Damit werde die Rechtssicherheit gefestigt und für transparente und offene Märkte gesorgt, so, wie es Anleger brauchten.
Inakzeptable Auflagen der EU
Das ausgehandelte, aber von der Schweiz bislang nicht unterzeichnete Rahmenabkommen soll den gegenseitigen Marktzugang einheitlicher und effizienter machen. Für die EU geht es vor allem darum, dass die Schweiz in bestimmten Bereichen EU-Regeländerungen übernimmt. Und sich zudem an die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs hält. Soweit sich die Urteile auf Bereiche beziehen, die Teil von Abkommen sind.
Gegner des Abkommens in der Schweiz kritisieren inakzeptable neue Auflagen der EU. Die dortige Regierung hatte daher jüngst mitgeteilt, der Vertrag sei in seiner jetzigen Form nicht mehrheitsfähig. Die EU schliesst inhaltliche Nachverhandlungen indes aus und ist lediglich bereit, Zusatzerklärungen abzugeben, um Kritiker zu beruhigen.








