Schweizer Fusionen & Übernahmen 2025 über Vorjahr
Die Aktivitäten am Markt für Fusionen & Übernahmen (M&A) mit Schweizer Beteiligung haben 2025 den höchsten Stand seit vier Jahren erreicht. Und im laufenden Jahr rechnen Experten mit einer weiteren Zunahme.

Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 502 Transaktionen, wie aus einer Studie der Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG hervorgeht, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Das sind mehr als 2024, als 464 Übernahmen oder Fusionen angekündigt worden waren.
Auch der Gesamtwert der M&A-Transaktionen kletterte, und zwar auf 168,8 Milliarden Dollar nach 115,1 Milliarden im Jahr 2024. Damit hat der Schweizer M&A-Markt beinahe wieder das Niveau von 2021 erreicht.
Damals wurde mit 169,6 Milliarden der höchste Stand seit mindestens 2015 geschafft. Allerdings ist zu bedenken, dass der Dollar sich im Verlauf der letzten Jahre deutlich abgewertet hat. In Franken gerechnet sähe das Ergebnis etwas anders aus.
Dennoch sei das Schweizer M&A-Volumen 2025 leicht unter den Erwartungen der Marktteilnehmer geblieben, schrieb KPMG. Dies sage etwas über die gegenwärtige Marktverfassung: Das Vertrauen kehre langsam zurück, aber Disziplin bleibe das bestimmende Merkmal.
Trotz aller Turbulenzen, die US-Präsident Donald Trump in der weltweiten Wirtschaft ausgelöst hat, greifen die Unternehmensverantwortlichen zu: «Da die Aussicht auf perfekte Bedingungen nur noch eine ferne Erinnerung ist, warten die Entscheidungsträger nicht mehr auf Klarheit», so KPMG. Schweizer Unternehmen träten bei grenzüberschreitenden Transaktionen mehrheitlich als Käufer in Erscheinung.
Der grösste Deal war die Abspaltung des Nordamerika-Geschäfts von Holcim in eine eigene Firma, die unter dem Namen Amrize in der Schweiz und New York an die Börsen gebracht wurde. Die Transaktion hatte eine Grösse von 33,7 Milliarden Dollar.
Auf Platz zwei lag die Übernahme des US-Unternehmens Avidity Biosciences durch Novartis für 12 Milliarden Dollar. Novartis erhält damit Zugriff auf drei Produktkandidaten, die sich bereits in der späten Entwicklungsphase befinden.
Dahinter auf dem Podest auf Rang drei steht der Zusammenschluss der beiden Versicherer Baloise und Helvetia. Der Deal hat laut KPMG eine Grösse von 10,8 Milliarden Dollar.
Für das laufende Jahr 2026 rechnet KPMG mit einer moderaten Zunahme der M&A-Aktivität. Treiber ist der etwas höhere Anteil von durch Private Equity finanzierten Transaktionen.
Ins selbe Horn stösst die Unternehmensberatung Bain & Company, die gleichentags auch eine Studie zum weltweiten M&A-Markt vorlegte. «Für 2026 erwarten wir bei Schweizer Industrieunternehmen eine erneute Zunahme von M&A-Aktivitäten zur Stärkung des Kerngeschäfts», erklärte Bain-Experte Renato Jorio.
Die Voraussetzungen für ein weiteres starkes M&A-Jahr seien gegeben nach der nahezu rekordverdächtigen Erholung in den vergangenen zwölf Monaten. Unternehmen müssten sich neu erfinden, um technologischer Disruption, einer post-globalisierten Wirtschaft und sich verlagernden Gewinnquellen voraus zu sein. «M&A wird bei dieser Neuausrichtung 2026 eine zentrale Rolle spielen», erklärte Jorio.






