Europas grösser Softwarehersteller SAP rechnet 2022 mit weniger operativem Gewinn als von Analysten erwartet.
SAP Walldorf
SAP hat seien Sitz im baden-württembergischen Walldorf (D). - Dpa

Europas grösser Softwarehersteller SAP rechnet 2022 mit weniger operativem Gewinn als von Analysten erwartet. Das um Sonder- und Währungseffekte bereinigte Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern soll im laufenden Jahr bei 7,8 bis 8,25 Milliarden Euro landen. Dies teilte das Unternehmen am Donnerstagabend mit.

Gegenüber dem 2021 erzielten Ergebnis von 8,23 Milliarden Euro wäre das ein Rückgang von bis zu 5 Prozent und im besseren Fall eine stabile Entwicklung. Analysten hatten zuvor mit einem Anstieg auf 8,4 Milliarden Euro gerechnet.

SAP steckt derzeit viel Geld in Technik und Produkte, um das Wachstum bei Software zur Nutzung über das Netz anzukurbeln. Chef Christian Klein will das Cloudgeschäft in den kommenden Jahren deutlich vorantreiben, um im Markt für Unternehmenssoftware von der Konkurrenz nicht abgehängt zu werden.

Er peilt im neuen Jahr bei der Cloudsoftware ein währungsbereiniges Umsatzplus von 23 bis 26 Prozent an - ein schnelleres Wachstum als im vergangenen Jahr, als der Clouderlös um rund ein Sechstel auf 9,42 Milliarden Euro zulegte. Insgesamt erwartet das Management, dass der gesamte Produktumsatz um 4 bis 6 Prozent wächst.

Klein hatte bei den Ergebnissen für die Jahre 2021 und 2022 magere Kost in Aussicht gestellt, weil er die Wachstumschancen im Markt nicht verpassen will und der Konzern dafür viel Geld in die Hand nimmt. Der Gesamtumsatz von SAP stieg 2021 im Jahresvergleich um 2 Prozent auf 27,8 Milliarden Euro.

Die Beschleunigung der Cloudgeschäfte erfordert Investitionen in Technik, Produkte und Werbung. Zudem sind die Cloudprodukte zunächst nicht so profitabel wie teure Softwarepakete im einmaligen Lizenzverkauf, sollen sich aber über die Laufzeit und eine höhere Kundenbindung nach und nach rentieren. Denn die Cloudsoftware wird entweder im Abo bezahlt oder über Nutzungsgebühren.

Der Nettogewinn stieg 2021 unter dem Strich um 2 Prozent auf 5,38 Milliarden Euro. Zwar musste SAP viel mehr Geld für die aktienbasierte Mitarbeitervergütung ausgeben. Dafür profitierte aber die Risikokapitalbeteiligungstochter des Konzerns, Sapphire Ventures, über das gesamte Jahr von der guten Wertentwicklung ihrer Investitionen.

SAP will nun in diesem Jahr Aktien im Wert von bis zu einer Milliarde Euro zurückkaufen. Die angekauften Papiere sollen für künftige Zuteilungen aus einem anteilsbasierten Vergütungsprogramm verwendet werden, wie es hiess.

«Indem wir unsere anteilsbasierten Vergütungen für neue Zuteilungen ab 2022 vorwiegend durch Aktien statt Barzahlungen ausgleichen, möchten wir die Aktienkultur in unserer Belegschaft weiter stärken und sicherstellen, dass die Interessen unserer Mitarbeitenden eng an den Interessen unserer Aktionäre ausgerichtet sind», sagte Finanzchef Luka Mucic.

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