Russische Notenbank senkt Leitzins stärker als erwartet

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    Der Leitzins werde um 3 Punkte auf 14 Prozent gesenkt, teilte die russische Zentralbank am Freitag mit.

    Ukraine Krieg
    Russische Rubel-Banknoten. (Symbolbild) - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Volkswirte hatten mit einer Senkung auf 15 Prozent statt 14 Prozent gerechnet.
    • Die Notenbank stellte weitere Zinssenkungen in diesem Jahr in Aussicht.

    Die russische Notenbank hat ihre Geldpolitik trotz der Sanktionen infolge des Ukraine-Krieges stärker als erwartet gelockert. Der Leitzins werde um 3 Punkte auf 14 Prozent gesenkt, teilte die Zentralbank am Freitag mit. Volkswirte hatten mit 15 Prozent gerechnet. Die Notenbank stellte weitere Zinssenkungen in diesem Jahr in Aussicht. Bereits im März hatte sie den Leitzins um 2 Punkte verringert. Noch Ende Februar hatte sie den Zins drastisch um 10,5 Punkte auf 20 Prozent angehoben.

    Sie reagierte damit auf die Sanktionen des Westens, die nach dem Beginn des Kriegs gegen die Ukraine beschlossen wurden. Mit ihrer Zinserhöhung wollte die Notenbank damals der Abwertung der Landeswährung Rubel und Inflationsgefahren entgegenwirken. Zuletzt hat sich der Rubel deutlich erholt. Er liegt etwas über dem Niveau, das vor Kriegsbeginn herrschte.

    Inflation dürfte weiter steigen

    «Die externen Bedingungen für die russische Wirtschaft sind nach wie vor schwierig und schränken die Wirtschaftstätigkeit erheblich ein», schrieb die Notenbank. Die Inflations- und Finanzstabilitätsrisiken seien zuletzt aber nicht weiter gestiegen. Dies habe die Zinssenkung ermöglicht. Die Notenbank will die durch Sanktionen geschwächte Wirtschaft mit der Zinssenkung offenbar stützen.

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    Die russische Zentralbank in Moskau. (Archivbild) - AFP

    Die Notenbank räumte ein, dass die Inflation weiter steigen dürfte. Im April hatte die Teuerungsrate bei 17,6 Prozent gelegen. Man erwarte im Gesamtjahr eine Rate von 18 bis 23 Prozent.

    Das Bruttoinlandsprodukt wird nach Einschätzung der Zentralbank in diesem Jahr um 8 bis 10 Prozent sinken. «Der Rückgang wird hauptsächlich durch angebotsseitige Faktoren bedingt sein», hiess es in der Mitteilung. Damit sind offenbar die Sanktionen gemeint. Bisher war man von einem Wirtschaftswachstum von 2 bis 3 Prozent ausgegangen.

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