Rieter-Streit – Bonus verhindert Amtsantritt des neuen CEO
Der Rieter-Streit um Bonusforderungen verhindert Daniel Lippuners Amtsantritt. Georg Stausberg übernimmt sofort die Konzernführung.

Beim Schweizer Textilmaschinenhersteller Rieter kommt es zu einem überraschenden Wechsel an der Konzernspitze. Der designierte CEO Daniel Lippuner wird sein Amt entgegen der ursprünglichen Planung nicht antreten.
Auslöser sind Meinungsverschiedenheiten über zusätzliche Vergütungsforderungen. Dabei ging es insbesondere um den Bonus, wie das «SRF» berichtet.
Rieter begründet den Entscheid mit unüberbrückbaren Differenzen hinsichtlich des Vergütungspakets. In der Folge kommt der ursprünglich geplante Amtsantritt Lippuners nicht zustande.
Georg Stausberg übernimmt Rieter mit sofortiger Wirkung
Anstelle von Daniel Lippuner übernimmt Georg Stausberg die Führung des Winterthurer Industriekonzerns. Seine Ernennung zum neuen CEO gilt seit dem 4. November 2026.
Stausberg leitete bisher Barmag, einen Hersteller von Maschinen und Anlagen für die Chemiefaserindustrie. Seit der Übernahme von Barmag durch Rieter gehört er bereits der Konzernleitung an.
Im Februar 2026 erfolgte die Akquisition. Laut Unternehmensangaben verfügt Stausberg über mehr als drei Jahrzehnte Erfahrung in der internationalen Textilmaschinenindustrie, wie die «Moneycab» schreibt.
Wer ist der gescheiterte CEO-Kandidat Daniel Lippuner?
Daniel Lippuner, Jahrgang 1969, bringt langjährige Erfahrung in der internationalen Maschinenbauindustrie mit. Zu seinen früheren beruflichen Stationen gehören Führungspositionen bei Saurer und Oerlikon.
Bei Oerlikon leitete er die damalige Sparte Textile Components. Bereits in den 1990er-Jahren war er für Rieter tätig, damals innerhalb der Automotive-Sparte.
Weitere berufliche Stationen führten ihn zu Hilti und Meyer Burger. Zudem ist Lippuner Verwaltungsratspräsident und Mitinhaber von Heberlein Technology.
Oetterlis überraschender Abgang und Lippuners Verwaltungsratsmandate
Auch bei anderen Schweizer Industrieunternehmen ist er in Verwaltungsräten vertreten. Dazu gehören Komax und VAT, wie die «Cash» berichtet.
Der gescheiterte Führungswechsel folgt auf eine weitere überraschende Personalentscheidung bei Rieter. Ende September 2026 hatte das Unternehmen den Abgang von Konzernchef und Verwaltungsratspräsident Thomas Oetterli bekanntgegeben.

Oetterli legte seine Funktion als CEO per Ende Oktober nieder. Auch die Aufgabe des Verwaltungsratspräsidiums sorgte damals für Aufmerksamkeit, so das «SRF» weiter.
Stausberg übernimmt nach gescheitertem Lippuner-Wechsel die Führung
Während seiner Amtszeit hatte Oetterli den Textilmaschinenhersteller durch eine länger anhaltende Krise geführt. Laut einer Rieter-Sprecherin gab es bei seinem Abgang allerdings keinen Streit.
Mit der Ernennung Stausbergs erhält der Konzern eine andere Führungslösung als ursprünglich vorgesehen. Der neue CEO kennt das Unternehmen bereits durch seine bisherige Tätigkeit innerhalb der Konzernleitung.
Georg Stausberg übernimmt damit per sofort die Verantwortung für die Konzernführung. Daniel Lippuner wird die ursprünglich für ihn vorgesehene CEO-Funktion nicht antreten.








