Pensionskassen stehen nach gutem Anlagejahr vor Herausforderungen

    Keystone-SDA
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    Zürich,

    Die Schweizer Pensionskassen bekommen nach einem guten 2021 die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs zu spüren.

    Rentner auf einer Bank
    Der Nationalrat hat knapp einer Motion zugestimmt, die öffentlich-rechtlichen Pensionskassen Leistungs­erhöhungen trotz tiefer Reserven erlaubt. (Symbolbild) - sda

    Das Wichtigste in Kürze

    • 2021 war für die Pensionskassen ein gutes Jahr.
    • Im aktuellen Jahr sieht es weniger gut aus.
    • Die Pensionskassen büssten im ersten Quartal an den Finanzmärkten 3,5 Prozent ein.

    Die gute Entwicklung der Anlagemärkte 2021 hat sich positiv auf die Finanzstärke der Pensionskassen von Schweizer Grossunternehmen ausgewirkt. Im aktuellen Jahr haben die Börsen hingegen ein rabenschwarzes erstes Semester hinter sich. Das wirkt sich auch auf die Entwicklung der Vorsorgepläne aus.

    Der durchschnittliche Deckungsgrad für die 30 im Swiss Leader Index der Schweizer Börse enthaltenen Firmen ist 2021 um 8 Prozentpunkte auf 92 Prozent gestiegen, wie aus der am Freitag veröffentlichten Pension Risk Studie des Beratungsunternehmens Willis Towers Watson hervorgeht.

    Der Deckungsgrad stellt die Vermögen der Pensionskassen ihren Verpflichtungen gegenüber. Die Vorsorgeverpflichtungen der von Willis Towers Watson betrachteten Unternehmen sind im letzten Jahr um 3,7 Prozent auf 7,8 Milliarden Franken gesunken. Gleichzeitig hat das Planvermögen um 4,8 Prozent auf 9,4 Milliarden zugenommen.

    Sehr hohe Deckungsgrade verzeichnen nach internationaler Rechtslegung laut Studie die Banken. «Das liegt in erster Linie daran, dass es für Banken regulierungsbedingt vorteilhaft ist, einen hohen Deckungsgrad zu haben», wie Christian Heiniger, Pensionskassenexperte von Willis Towers Watson, vor Medien erklärte. «Deshalb achten Banken darauf, dass ihre Deckungsgrade sehr hoch sind, notfalls auch mit Zusatzfinanzierungen.»

    Es gibt aber auch diverse Unternehmen, die eine Unterdeckung aufweisen. Bei Firmen, die sehr tiefe Deckungsgrade haben, liegt das gemäss den Studienautoren meist daran, dass sie viele Mitarbeitende im Ausland beschäftigen, wo es teils ganz andere Rentensysteme gibt.

    Finanzmärkte stehen Kopf

    Im laufenden Jahr hat sich das Umfeld an den Finanzmärkten komplett verändert: Der Ukraine-Krieg brach aus, die Inflation beschleunigte sich und Ölpreise wie Zinsen stiegen an. Das warf die Aktienmärkte zurück. Sie erlebten sogar das schlechteste Semester seit Jahrzehnten. Allein im ersten Quartal büssten die Pensionskassen an den Finanzmärkten aufgrund der schwachen Anlageperformance im Durchschnitt 3,5 Prozent ein.

    Und so bald dürfte die Talfahrt nicht vorbei sein. «Zusammen mit einem befürchteten Einbruch der Realwirtschaft wird dies weitere Verwerfungen an den Finanzmärkten nach sich ziehen», glaubt Heiniger. Die Entwicklung der Finanzmärkte dürfte damit weiter negativ auf die Pensionskassenperformance der SLI-Firmen einwirken.

    Es gibt laut Heiniger aber einen Faktor, der die Pensionskassen entlastet: Höhere Diskontsätze führen nämlich dazu, dass Vorsorgeverpflichtungen zurückgehen. Die Sätze sind zwischen Mai 2021 und Mai 2022 um 1,5 Prozent angestiegen. Bei einer Vorsorgeverpflichtungsdauer von 15 Jahren bewirkt das laut Studie einen Rückgang bei den Verpflichtungen von gut 20 Prozent.

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