On verhängt Bestellstopp bei Sublieferant nach Public-Eye-Recherche

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Zürich,

Public Eye stellt prekäre Arbeitsbedingungen bei Zulieferern von On in Indonesien fest. Der Zürcher Laufschuhhersteller nimmt die Vorwürfe «sehr ernst» und hat einen Bestellstopp bei einem Sublieferanten verhängt, wie das Unternehmen der Nachrichtenagentur AWP sagt.

Eine Recherche kritisiert die Arbeitsbedingungen bei Lieferanten von On. Der Zürcher Laufschuhhersteller hat auf die Vorwürfe reagiert. (Archivbild)
Eine Recherche kritisiert die Arbeitsbedingungen bei Lieferanten von On. Der Zürcher Laufschuhhersteller hat auf die Vorwürfe reagiert. (Archivbild) - KEYSTONE/GAETAN BALLY

Im Bericht geht es um den direkten On-Zulieferer Long Rich und dessen Sublieferanten Yihong auf der Insel Java, die unter anderem für On, Brooks und New Balance produzieren. Viele Beschäftigte erhielten nur den gesetzlichen Mindestlohn von 2,9 Millionen Rupiah oder knapp 130 Franken im Monat, schreibt Public Eye. Dies reiche nicht zum Leben.

Bei Yihong stellte die NGO Arbeitszeitverstösse, fehlende Verträge, unrechtmässige Kündigungen und Belästigung fest. Ein Streit habe dort zur Entlassung von 112 Gewerkschaftsmitgliedern geführt. Auf Druck der Schuhhersteller seien 64 von ihnen jedoch wieder eingestellt worden.

On sagt gegenüber AWP, die geschilderten Zustände stünden «in klarem Widerspruch» zu Ons Grundwerten und Supplier Code of Conduct und würden nicht toleriert. Das Unternehmen habe eine umfassende unabhängige Untersuchung eingeleitet und sämtliche neuen Aufträge bei Yihong ausgesetzt, bis die Verstösse behoben seien.

Die Wiedereinstellung von 64 Gewerkschaftsmitgliedern bestätigt On. Public Eye bezeichnet diese als aussergewöhnlichen Erfolg. Die Fabrik habe sich zudem verpflichtet, einen Grossteil der entgangenen Löhne nachzuzahlen.

Laut On hatte eine unabhängige Überprüfung im Oktober 2025 die Missstände nicht aufgedeckt. Die Firma will nun die Beschwerdemechanismen verbessern und den Dialog mit Public Eye sowie lokalen Organisationen stärken.

Die Sportmarke peilt für das laufende Jahr einen Umsatz von 3,5 Milliarden Franken und eine Bruttomarge von mindestens 64,5 Prozent an. Public Eye argumentiert, On sei hochprofitabel und könnte allen Zulieferern und Sublieferanten existenzsichernde Löhne zahlen.

Die NGO verweist zudem auf den Nachhaltigkeitsbericht von On, in dem stehe, dass gesetzliche Mindestlöhne häufig keinen «angemessenen Lebensstandard» ermöglichten und alle Beschäftigten in der Lieferkette einen «fairen, existenzsichernden Lohn» verdient hätten.

On bestätigt, dass die im Bericht genannten Fabriken den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn zahlen. Dieser liege aber zumindest in Teilen Indonesiens unter einem existenzsichernden Lohn, räumte das Unternehmen ein.

Allerdings erfüllten bereits mehr als 80 Prozent der bewerteten Tier-1-Zulieferer den Standard für existenzsichernde Löhne. Mit dem betroffenen direkten Zulieferer Long Rich führe On Gespräche, um diese Lücke zu schliessen.

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Kommentare

User #4301 (nicht angemeldet)

Hört endlich auf Schuhe von dieser Firma zu kaufen. So schnell so reich wird man nur, wenn man Menschen nicht gerecht behandelt.

User #5053 (nicht angemeldet)

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