Millionenschaden nach Protesten gegen Bahnprojekt Lyon-Turin
Gewaltsame Proteste gegen eine geplante Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Lyon und Turin haben auf einer Baustelle in Norditalien Schäden von rund einer Million Euro verursacht. Das teilte die französisch-italienische Projektgesellschaft Telt am Montag mit.

Eine erste Schätzung für die Schäden allein auf der Baustelle in Chiomonte im piemontesischen Susatal belaufe sich auf rund eine Million Euro, erklärte das staatliche Unternehmen.
Am Samstag hatten sich mehrere Tausend Menschen nahe der französischen Grenze versammelt, um gegen das Bahnprojekt zu demonstrieren. Gegen die seit mehr als 30 Jahren geplante Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen Lyon und Turin gibt es seit Langem Widerstand.
Nach Angaben der italienischen Behörden griffen mehrere Hundert Demonstrierende Polizisten und Carabinieri an, die zum Schutz der Baustelle im Einsatz standen. Auf Aufnahmen italienischer Medien waren schwarz gekleidete und vermummte Personen zu sehen, die Gegenstände und Brandsätze auf die Sicherheitskräfte warfen.
Nach Angaben der jeweiligen Gewerkschaften wurden dabei mehr als 120 Angehörige der Sicherheitskräfte verletzt. Mehrere italienische Medien berichteten, dass ein grosser Teil der gewaltbereiten Demonstrierenden sogenannte Black Blocs aus Frankreich gewesen seien. Die italienischen Behörden machten dazu zunächst keine weiteren Angaben.
Innenminister Matteo Piantedosi hatte am Samstag allerdings mitgeteilt, dass drei Franzosen auf dem Weg zur Demonstration zurückgewiesen worden seien. In ihrem Fahrzeug seien unter anderem Masken, Feuerwerkskörper und ein Winkelschleifer gefunden worden.
Wie lange die Räumung der Trümmer sowie die Wiederherstellung der Arbeitsbereiche und Einrichtungen im Tunnel dauern werde, müsse noch ermittelt werden, erklärte Telt. Rund zehn Arbeiter, die sich am Samstag auf der Baustelle befanden, seien umgehend evakuiert und in Sicherheit gebracht worden.






