Milliardenangebot für Schweizer Pharmazulieferer Polypeptide
Der südkoreanische Pharma-Auftragsfertiger Samsung Biologics will den Schweizer Wirkstoffhersteller Polypeptide übernehmen. Das Unternehmen bietet 44,31 Franken je Aktie in bar und bewertet Polypeptide damit mit rund 1,5 Milliarden Franken.

Der Verwaltungsrat von Polypeptide unterstützt das Angebot, wie beide Firmen am Montag mitteilten. Auch der Grossaktionär Draupnir Holding, der knapp 56 Prozent der Aktien hält, will seine Beteiligung verkaufen.
Das Angebot liegt rund 40 Prozent über dem Aktienkurs vor Bekanntwerden der Übernahmepläne im April. Voraussetzung sind unter anderem die Zustimmung der Behörden und die Annahme von mindestens zwei Dritteln der Aktien.
Polypeptide stellt sogenannte Peptide her. Das sind kurze Eiweissbausteine, die als Wirkstoffe oder Bestandteile moderner Medikamente eingesetzt werden, etwa zur Behandlung von Stoffwechsel- oder Hormonerkrankungen.
Der 1996 gegründete Wirkstoffhersteller geht auf eine bis 1952 zurückreichende Peptidproduktion in Schweden zurück. Das Unternehmen produziert an sechs Standorten in Europa, den USA und Indien. Es beschäftigt knapp 1500 Personen. An der Schweizer Börse ist Polypeptide seit April 2021 kotiert.
Vor dem Übernahmeangebot hatte Polypeptide starke Halbjahreszahlen vorgelegt und den Ausblick für das Gesamtjahr erhöht. Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz um knapp 42 Prozent auf 236,6 Millionen Euro. Gleichzeitig gelang nach einem Verlust im Vorjahr die Rückkehr in die Gewinnzone. Für 2026 erwartet das Unternehmen nun ein stärkeres Umsatzwachstum und eine höhere operative Gewinnmarge als bisher.






