Lagarde fordert einheitlichen Kapitalmarkt für Europa

    Keystone-SDA
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    Deutschland,

    Die Europäische Zentralbank drängt auf Fortschritte bei der Schaffung einer Kapitalmarktunion.

    Christine Lagarde
    EZB-Präsidentin Christine Lagarde. - Frank Rumpenhorst/dpa

    Europa braucht viel Geld, um die Herausforderungen der nächsten Jahre zu bewältigen. Doch einen gemeinsamen Kapitalmarkt gibt es nicht. Nun setzen zunehmende Spannungen die Europäer unter Zugzwang.

    Die Europäer müssen nach Ansicht von EZB-Präsidentin Christine Lagarde angesichts drohender Handelskonflikte dringend Fortschritte beim Zusammenwachsen ihrer Kapitalmärkte machen. Die Kapitalmarktunion sei «der Schlüssel, um in einer fragmentierten Weltwirtschaft widerstandsfähiger zu werden», sagte die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) am Freitag beim «Frankfurt European Banking Congress».

    «Die Kapitalmärkte sind das fehlende Bindeglied für die Europäer, um ihre hohen Ersparnisse in grösseren Wohlstand umzuwandeln – was sie letztendlich in die Lage versetzen wird, mehr auszugeben und unsere Binnennachfrage zu stärken», argumentierte Lagarde.

    Kapitalmarktschwierigkeiten und Lösungsansätze

    «Diese wachsende Dringlichkeit geht jedoch nicht mit greifbaren Fortschritten auf dem Weg zur Kapitalmarktunion einher, was grösstenteils darauf zurückzuführen ist, dass ihre Umsetzung nach wie vor unzureichend definiert ist.»

    Bei der Kapitalmarktunion geht es im Kern darum, bürokratische Hürden zwischen den einzelnen Staaten der Europäischen Union abzubauen, um einen unionsweiten Binnenmarkt für Kapital zu schaffen. Unternehmen hätten dann zum Beispiel mehr Möglichkeiten, sich Geld zu beschaffen. Seit 2015 liegen Pläne der EU-Kommission auf dem Tisch.

    Ziel der EU ist auch, dass mehr Kleinanleger an den hiesigen Finanzmärkten investieren, damit mehr Kapital für den grünen und digitalen Wandel zur Verfügung steht.

    Die Rolle von Sparern und Anlegern

    Europa müsse Sparerinnen und Sparern Produkte anbieten, die zugänglich, transparent und erschwinglich sind, meint Lagarde: «Meiner Meinung nach ist ein »europäischer Sparstandard« – ein standardisiertes, EU-weites Paket von Sparprodukten – der beste Weg, um diese Ziele zu erreichen.»

    Wenn die Ersparnisse der Europäer die Kapitalmärkte erreichten, breiteten sich diese allerdings nicht in der gesamten europäischen Wirtschaft aus. «Das Kapital in Europa ist entweder innerhalb der nationalen Grenzen gefangen oder wandert in die Vereinigten Staaten ab», sagte Lagarde.

    Im Vorjahr hatte Lagarde bei dem Bankenkongress für eine europäische Börsenaufsicht geworben, um die Fragmentierung des europäischen Kapitalmarkts zu überwinden. Während der starke Kapitalmarkt in den USA seit Jahrzehnten von der einheitlichen Aufsicht der SEC profitiere, finde die direkte Kontrolle in Europa weitgehend auf nationaler Ebene statt, sagte Lagarde am Freitag bei einem Bankenkongress in Frankfurt. Das führe zu einer Zersplitterung bei der Anwendung von EU-Vorschriften.

    Kommentare

    User #3219 (nicht angemeldet)

    Ich glaube an die BRICS alles andere überzeugt nicht mehr. EZB ist eigentlich ein korrupper Saustall

    User #5357 (nicht angemeldet)

    Die wurde schon mal wegen Veruntreuung von 400 Mio Euro rechtskräftig verurteilt. Der traut in Brüssel keiner über den Weg. Absolutes NoGo.

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