Der Geschäftslageindikator der Konjunkturforschungsstelle der ETH ist so hoch wie seit 2010/11 nicht mehr. Die Coronabremse sei gelöst, heisst es.
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Schweizer Franken. (Symbolbild) - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Laut der Konjunkturforschungsstelle der ETH ist die Geschäftslage in der Schweiz gut.
  • Der Geschäftslageindikator hat im April den höchsten Stand seit 2010/11 erreicht.
  • Die positiven Effekte der Pandemieerholung überwiegen derzeit die Belastungen des Kriegs.

Trotz des Ukraine-Kriegs ist die Geschäftslage der Schweizer Unternehmen so gut wie seit der Finanzkrise nicht mehr. Der Geschäftslageindikator der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) hat im April den höchsten Stand seit 2010/2011 erreicht. Die Aussichten trüben sich aber ein.

Im Moment würden für die Schweizer Wirtschaft die positiven Effekte der Pandemieerholung die Belastungen durch den Ukraine-Krieg überwiegen, teilte die KOF am Donnerstag in einem Communiqué mit. Die Coronabremse sei gelöst.

Mehrere Branchen erholen sich

Verantwortlich für die markante Verbesserung der Geschäftslage im April ist eine deutliche Entspannung im Gastgewerbe und bei den übrigen Dienstleistungen, wie aus der Umfrage bei 4500 Unternehmen hervorgeht. Im Aufwärtssog sei auch der Grosshandel. Zudem erhole sich die Geschäftslage bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen nach dem scharfen Taucher im März teilweise.

In den weiteren befragten Wirtschaftsbereichen habe sich die Geschäftslage im April vergleichsweise geringfügig verändert. Im Baugewerbe und im Projektierungsbereich habe der Geschäftslageindikator etwas und im Detailhandel sowie im verarbeitenden Gewerbe ein wenig ausgeprägter nachgegeben.

Die Inflation zeigt auch in der Schweiz nach oben. Die Unternehmen planen weiterhin auf breiter Front Erhöhungen der Verkaufspreise. In einigen Branchen habe sich der Aufwärtsdruck bei den Preisen verschärft. Besonders in der Gastronomie und bei den übrigen Dienstleistungen seien nun erheblich öfter Preisaufschläge vorgesehen, schrieb die KOF.

Materialmangel sorgt für Probleme

Für das verarbeitende Gewerbe und die Bauwirtschaft sei der Material- und Vorproduktemangel weiterhin ein ausgeprägtes Problem, der sich seit dem vergangenen Sommer immer mehr verschärft habe. Im Januar hätten dann mehr als die Hälfte der antwortenden Firmen des verarbeitenden Gewerbes von einem Mangel an Vorprodukten berichtet. Momentan seien 57 Prozent der Firmen davon betroffen.

Besonders ausgeprägt sei der Mangel im Maschinen- und Fahrzeugbau sowie bei den Herstellern im Bereich Datenverarbeitungsgeräte, Elektro und Optik. Nach der Entspannung zu Jahresbeginn häufen sich auch im Baugewerbe die Klagen über Materialmangel, der die Bautätigkeit beeinträchtigt.

Zudem erwartet der Grosshandel für die nächste Zeit keine Entspannung bei den Lieferfristen seiner Waren. «Das Thema Material und Vorproduktemangel dürfte angesichts des Ukraine-Krieges und der Corona-Ausbrüche in Asien daher auf der Agenda bleiben», schrieb die KOF.

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