Der Sanitärtechnikkonzern Geberit hat im Geschäftsjahr 2021 markant mehr Umsatz erzielt als im Vorjahr. Die Verkäufe lagen auch deutlich über dem Niveau von 2019 und erreichten einen neuen Rekordstand. Geholfen haben dabei ausserordentliche Preiserhöhungen sowie Basiseffekte nach den Baustellenschliessungen im Jahr 2020.
Der Sanitärtechnikkonzern Geberit hat im Geschäftsjahr 2021 markant mehr Umsatz erzielt als im Vorjahr. Die Verkäufe lagen auch deutlich über dem Niveau von 2019 und erreichten einen neuen Rekordstand. (Archivbild)
Der Sanitärtechnikkonzern Geberit hat im Geschäftsjahr 2021 markant mehr Umsatz erzielt als im Vorjahr. Die Verkäufe lagen auch deutlich über dem Niveau von 2019 und erreichten einen neuen Rekordstand. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/STEFFEN SCHMIDT

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Konzernumsatz nahm 2021 um 15,9 Prozent auf 3,46 Milliarden Franken zu, wie Geberit am Donnerstag mitteilte.

In lokalen Währungen ergab sich ein ebenfalls zweistelliges organisches Wachstum von 14,7 Prozent. Der Umsatz lag damit im obersten Bereich der Erwartungen der Analysten und auch oberhalb der eigenen Prognosen.

Das «ausserordentliche» Umsatzwachstum begründet Geberit mit einem Covid-bedingten positiven Basiseffekt, einem Lageraufbau in der Bauindustrie sowie mit Marktanteilsgewinnen. Ausserdem ist die Neigung der Menschen zu Investitionen in die eigene Wohnung angesichts der andauernden Pandemie noch immer hoch. Geberit nennt dies den «Home-Improvement-Trend».

Darüber hinaus sei es gelungen, die Verfügbarkeit der Produkte trotz «erheblicher Herausforderungen» in den Lieferketten sicherzustellen.

Innerhalb Europas, wo nach wie vor rund 90 Prozent der Umsätze erwirtschaftet werden, wuchs Geberit in Italien und auf der iberischen Halbinsel am stärksten. Im grössten Einzelmarkt Deutschland nahmen die währungsbereinigten Verkäufe um knapp 12 Prozent zu und im ebenfalls wichtigen Markt Österreich um knapp 20 Prozent. Im Heimmarkt Schweiz resultierte ein vergleichsweise moderates Wachstum von 7,5 Prozent.

In Osteuropa wurde der Umsatz um über einen Viertel gesteigert. Dazu haben mehrere währungsbedingte Preiserhöhungen beigetragen.

Mit Blick auf die drei Produktbereiche ergab sich ein zweistelliges Wachstum sowohl bei den Installations- und Spülsystemen als auch bei den Rohrleitungssystemen und im Bereich Badezimmersysteme. Letztere erreichten das geringste Wachstum, was Geberit auf erste Anzeichen eines sich abschwächenden Home-Improvement-Trends zurückführt.

Im Schlussquartal hat das Wachstumstempo entgegen der Ankündigung gar wieder etwas angezogen. Der Umsatz erreichte von Oktober bis Dezember 773 Millionen Franken, entsprechend einem währungsbereinigten organischen Wachstum von 7,7 Prozent. Im dritten Quartal hatte dieser Wert noch bei +6,6 Prozent gelegen. Dieses Wachstum sei positiv beeinflusst worden von Vorzieheffekten aufgrund der angekündigten Preiserhöhungen und wegen einem Lageraufbau beim Grosshandel, so Geberit.

Mit Blick auf das Ergebnis wurden die Aussagen vom vergangenen November, wonach die operative Cashflow-Marge (EBITDA) einen Wert zwischen 30 und 31 Prozent werde, präzisiert. Geberit rechnet nun mit einer EBITDA-Marge von rund 31 Prozent. Die Gewinnzahlen sowie den vollständigen Geschäftsbericht wird Geberit allerdings erst am 9. März veröffentlichen.

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