Vor einem möglichen Verspätungschaos im europäischen Luftraum hat die Lotsen-Gewerkschaft TUEM gewarnt. Im kommenden Sommer könne es zu einem Chaos kommen.
Eine Anzeigetafel zeigt die Verspätung mehrerer Flüge an. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa
Eine Anzeigetafel zeigt die Verspätung mehrerer Flüge an. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Die europäische Fluglotsengesellschaft rechnet mit einem Verspätungs-Chaos.
  • Dieses soll bereits im Sommer 2021 eintreten.
  • Grund dafür sei die vorsichtigen Planungen der Flugsicherheitsanbieter.

Vor einem möglichen Verspätungschaos im europäischen Luftraum hat die Lotsen-Gewerkschaft TUEM gewarnt. Im kommenden Sommer könne es zu Zuständen kommen wie in dem «Verspätungs-Sommer 2018», kritisierte TUEM-Chef Stefan Pille am Donnerstag.

Grund seien zu vorsichtige Planungen der Flugsicherheitsanbieter. «Die aktuellen Verkehrsplanungs-Szenarien für den europäischen Luftraum sind viel zu knapp kalkuliert und bleiben deutlich hinter den Erwartungen vieler Reiseanbieter und Fluggesellschaften zurück.»

Flugbewegungen 2023 normalisiert?

Sollten sich die Prognosen der Veranstalter und Airlines bewahrheiten, seien die europäischen Flugsicherungen nicht ausreichend vorbereitet, warnte der Gewerkschafter. «Die Folge wären massive Verspätungen zur Hauptreisezeit, gestrandete Reisende in ganz Europa und ein Abwürgen der dringend benötigten wirtschaftlichen Erholung.»

Die Coronavirus-Pandemie macht den Flughafenbetreibern in Europa zunehmend zu schaffen. Dennoch bestätigt die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) ihre Bonitätsnote «AA-» für den Flughafen Zürich, sie senkt aber den Ausblick.
Die Coronavirus-Pandemie macht den Flughafenbetreibern in Europa zunehmend zu schaffen. Dennoch bestätigt die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) ihre Bonitätsnote «AA-» für den Flughafen Zürich, sie senkt aber den Ausblick. - sda - KEYSTONE/ALEXANDRA WEY

Umstritten ist insbesondere die Frage, wie schnell sich der europäische Luftverkehr vom Corona-Schock erholen wird. Pille verweist auf eine Schätzung der Flugsicherungsorganisation Eurocontrol, nach der es bereits Anfang 2023 wieder so viele Flugbewegungen geben könnte wie vor der Krise. Die Flugsicherungsanbieter orientierten sich jedoch an einem konservativ berechneten Szenario, das eine Erholung nicht vor Mitte 2024 erwarte.

Spezielle Probleme gebe es zudem am Kontrollcenter Maastricht. Wegen einer Systemumstellung im benachbarten französischen Luftraum sei dort mit zusätzlichem Flugverkehr zu rechnen, der bislang nicht in den Planungen berücksichtigt sei. Die Trade Union Eurocontrol Maastricht (TUEM) vertritt die Lotsen in Maastricht.

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