Der Einkaufsmanagerindex (PMI) stieg um 0,7 Punkte auf 57,1 Punkte, wie die Credit Suisse am Montag mitteilte.
Einkaufsmanagerindex Industrie
Der Abwärtstrend des Einkaufmanagerindex in der Industrie wurde gebremst. - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Experten hatten mit einem Rückgang gerechnet.
  • Der Index liegt nach wie vor klar über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten.

Die Stimmung in der Schweizer Industrie hat sich im September überraschenderweise vorerst nicht weiter eingetrübt. Das zeigt die bei Einkaufsmanagern monatlich durchgeführte Umfrage der Credit Suisse. Etwas Schwung verlor demgegenüber der Dienstleistungssektor.

In der Industrie hat der Einkaufsmanagerindex (PMI) den Abwärtstrend der letzten Monate im September etwas überraschend gebremst. Der PMI stieg um 0,7 Punkte auf 57,1 Punkte, wie die CS am Montag mitteilte. Ökonomen hatten hingegen mit einem Rückgang in den Bereich von 54,0 bis 55,6 Punkten gerechnet.

Der Index liege nach wie vor klar über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten und zeige im Gegensatz zu den Werten in der Eurozone keine Kontraktion an, schreibt die CS. Doch auch wenn der PMI zuletzt angestiegen sei, bleibe die Verlangsamung der Industrieaktivität sichtbar. Schliesslich lagen die Werte im ersten Halbjahr zumeist über der 60-Punktemarke.

PMI misst Optimismus der Einkaufsmanager

Der PMI misst, wie optimistisch die Einkaufsmanager auf die künftige Wirtschaftsentwicklung blicken. Die Credit Suisse berechnet den Index zusammen mit dem Branchenverband Procure.ch. Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt der Coronakrise war der Industrie-Index bis auf 41,2 Punkte abgesackt.

Nach Subkomponenten aufgeschlüsselt haben die Produktion und der Auftragsbestand zugenommen. Die Auftragsbücher der Industriefirmen seien weiterhin voll und es werde nach wie vor Personal aufgebaut, heisst es. Zugleich normalisiere sich die Lage bei den Lieferfristen: Nur noch 17 Prozent der Befragten vermeldeten längere Wartezeiten bei der Bestellung von Vorprodukten.

Die gestiegenen Energiepreise stellen dagegen für die Industrie eine grosse Herausforderung dar. Beinahe jedes dritte befragte Unternehmen befürchtet aufgrund höherer Energiepreise Produktionsausfälle in den nächsten sechs Monaten. Gut ein Drittel rechnet sogar mit gravierenden Ausfällen, so dass Kurzarbeit droht.

Steigende Einkaufspreise sind Problem

Als Reaktion auf die wachsenden Unsicherheiten stocken die Firmen ihre Lager auf. Ein weiteres Problem sind laut der Umfrage die steigenden Einkaufspreise.

Die Stimmung auf den stärker auf die Binnenwirtschaft ausgerichteten Schweizer Dienstleistungssektor hat sich im September im Gegensatz zur Industrie weiter eingetrübt. Der entsprechende PMI nahm um 4,6 Zähler auf 52,3 Punkte ab. Damit bleibt aber auch der Dienstleistungs-PMI über der 50 Punktemarke, was auf Wachstum hindeutet.

Sämtliche Subkomponenten notieren den Angaben zufolge in der Wachstumszone. Allerdings ist dies im Auftragsbestand nach einem Rückgang um 6,1 auf 51 Punkte nur noch knapp der Fall. Die noch weiter vorausschauende Subkomponente der Neuaufträge liege nur unwesentlich höher, was bis auf Weiteres eine eher verhaltene Geschäftstätigkeit erwarten lasse, so die CS.

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