AWP-Data: Wer profitiert wie vom KI- und Rechenzentren-Boom?
Der Boom bei Künstlicher Intelligenz und Rechenzentren strahlt inzwischen weit über die eigentliche Halbleiterindustrie hinaus. Schweizer Unternehmen profitieren entlang verschiedener Stufen der Wertschöpfungskette – vom Bau der Rechenzentren über deren Stromversorgung und Kühlung bis hin zu Chips, Logistik und Versicherungen.

So profitieren Amrize, Sika und Implenia vom weltweiten Ausbau der Rechenzentren und der dazugehörigen Infrastruktur. Im Energiebereich verweisen Oerlikon und R&S auf zusätzliche Nachfrage durch den steigenden Strombedarf.
Besonders deutlich zeigt sich der Effekt bei ABB: Im Geschäftsbereich Elektrifizierung, der Rechenzentren hauptsächlich bedient, stieg der Auftragseingang im zweiten Quartal auf vergleichbarer Basis um 58 Prozent.
Über den Ausbau der Halbleiterindustrie profitieren AMS Osram, Inficon, Lem und VAT. Bei AMS Osram geht es zudem um neue optische Lösungen für die Datenübertragung in KI-Rechenzentren. Inficon profitiert sowohl vom Halbleiterboom als auch von der Nachfrage nach Infrastruktur für Rechenzentren und Chipfabriken.
Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Kühlung. Moderne Rechenzentren benötigen wegen der hohen Leistungsdichte der Prozessoren immer mehr Kühlleistung. Belimo sieht dabei insbesondere bei der Flüssigkühlung grosse Chancen. Auch GF bietet Lösungen für das Wassermanagement von Rechenzentren sowie für die Flüssigkühlung der Prozessoren an.
Der Boom reicht zudem in weniger offensichtliche Branchen. Kühne+Nagel profitiert vom weltweiten Transport der für Rechenzentren benötigten Infrastruktur, was im zweiten Quartal unter anderem das Luftfrachtgeschäft antrieb. Der Versicherer Zurich wiederum verzeichnet eine steigende Nachfrage nach Versicherungen für Bauprojekte und Energieinfrastruktur.
Der KI-Boom entwickelt sich damit zunehmend zu einem breiten Investitionszyklus, der an ganz unterschiedlichen Stellen der Schweizer Wirtschaft Spuren hinterlässt.






