Analysten zu SNB-Entscheid: Wie ein «Null zu Null-Fussballspiel»
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat am Donnerstag den Leitzins bei null Prozent belassen und die erhöhte Bereitschaft zu Deviseninterventionen bestätigt. «Ein Meeting wie ein Fussballspiel, dass Null zu Null endet», kommentiert BAK-Economics-Chefökonom Claude Maurer.

«Und weil sich die Welt auch in den kommenden Quartalen nicht fundamental verändern wird, wird sich auch der Zinsausblick bis auf Weiters nicht verändern», fügt er an. Das heisse: «Die Zinsen bleiben bei Null und der Franken neigt zur Stärke, eine zu rasche Aufwertung dürfte aber bekämpft werden.»
Eine kleine Änderung gibt es in den Augen mancher Experten gleichwohl: Zwar habe die SNB ihre erhöhte Bereitschaft bekräftigt, an den Devisenmärkten zu intervenieren, meint Sophie Altermatt von Julius Bär. «Diese Haltung wurde nun jedoch mit dem Zusatz «bei Bedarf» konditional formuliert.» Das deute darauf hin, dass die Sorge um die Stärke des Schweizer Frankens derzeit etwas weniger akut ist als noch im März bei der letzten Lagebeurteilung.
Ähnlich sehen dies die Experten der ZKB. Chefökonom David Marmet sieht zwei Gründe für diese Änderung. Erstens habe sich die Zinsdifferenz zur Eurozone ausgeweitet, da die Europäische Zentralbank den Leitzins Anfang Juni um 25 Basispunkte angehoben hat. Zweitens sei die Inflation angestiegen. «Bei diesen leicht steigenden Inflationsraten ist ein anhaltend starker Schweizer Franken geldpolitisch nicht unerwünscht, da er die importierte Inflation dämpft.»






