Stiftung Rossfeld streicht Arbeitsplätze für behinderte Angestellte

    Lara Marty
    Lara Marty, Michelle Blatter

    Bern,

    Die Berner Stiftung Rossfeld muss sparen und streicht Arbeitsplätze. Betroffen sind unter anderem Mitarbeiter mit einer körperlichen Behinderung.

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    Stiftung Rossfeld: Aufgrund Sparmassnahmen muss die Stiftung Arbeitsplätze streichen. - Nau

    Das Wichtigste in Kürze

    • Rossfeld unterstützt die Integration von Menschen mit körperlicher Behinderung.
    • Jetzt muss die Stiftung sparen und Arbeitsstellen in der geschützten Werkstatt streichen.

    Auch für
    sie persönlich sei heute ein schwarzer Tag, sagt Edith Bieri. Sie ist
    Direktorin der Berner Stiftung Rossfeld, welche aufgrund von Sparmassnahmen Dutzende
    Arbeitsplätze streichen muss. Besonders hart: Entlassen werden auch neun
    Angestellte mit einer körperlichen Behinderung. «Eine Arbeitsstelle ist für
    Menschen, die zum Beispiel im Rollstuhl sitzen, ein ganz wichtiger Bestandteil
    ihres Alltages. Es ist auch eine Wertschätzung», sagt Edith Bieri gegenüber
    Nau.

    Die
    geschützte Werkstätte der Stiftung Rossfeld erbringt Bürodienstleistungen für
    Kunden. Infolge der Digitalisierung seien seit Jahren weniger
    Aufträge eingegangen. Ein Problem, dass auch andere geschützte Werkstätte
    kennen würden, sagt Edith Bieri: «Die Digitalisierung löst Stellen auf, das ist
    eine Tatsache, die wir seit einigen Jahren beobachten.» Hätte die Stiftung ihr
    Angebot nicht frühzeitig dem heutigen Zeitalter anpassen sollen? «Das haben wir mit verschiedenen Massnahmen versucht. Nun sin wir aber an einem Punkt, an dem wir sagen müssen: In unserem Bereich ist kein Bedürfnis mehr vorhanden.»

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    Edith Bieri, Direktorin Stiftung Rossfeld im Interview mit Nau. - Nau

    Bis zu 21 Lehr- und Betreuungspersonen sind betroffen

    Weil die Berufsschule für körperbehinderte Lehrlinge
    eine sinkende Nachfrage verzeichnet, müsse die Stiftung im schlimmsten Fall das Angebot ganz
    schliessen. Laut Bieri wird derzeit geprüft, ob ein ambulantes Angebot mit einer externen
    Berufsschule auf die Beine gestellt werden kann. Einem Teil der 21
    betroffenen Mitarbeitenden könnte so eine Nachfolgelösung unterbreitet werden.
    Derzeit absolvieren 23 Lernende im
    Rossfeld ihre Lehre. Sie können diese wie geplant in der Institution
    abschliessen. So auch die Lehrlinge, welche ihre Ausbildung im Sommer 2019
    beginnen.

    Die
    Massnahmen sollen in der ersten Hälfte des Jahres 2019 umgesetzt werden. Ein
    Grund für den Sparplan soll auch eine Gesetzesänderung sein: «Der Gesetzgeber
    akzeptiert eine Quersubventionierung der verschiedenen Bereiche nicht mehr»,
    sagt Stiftungsratspräsident Giorgio Albisetti. Die Stiftung verzeichnete 2017
    ein Defizit von 210'000 Franken. Sie beschäftigt rund 270 Angestellte und
    betreut 330 Menschen mit körperlicher Behinderung.




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