Tag der Pflege: Flavia Wasserfallen (SP) fordert Taten

    Flavia Wasserfallen
    Flavia Wasserfallen

    Bern,

    Nach dem Applaus für die Pflegekräfte in der Coronakrise müsse nun auch politisch gehandelt werden, fordert Flavia Wasserfallen (SP) zum «Tag der Pflege». .

    Nationalrätin Flavia Wasserfallen
    Nationalrätin Flavia Wasserfallen (SP/BE) schreibt in einem Gastkommentar zur Situation der Pflegenden. - zvg

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Applaus für die Pflegekräfte sei zwar schön.
    • Nun müssen aber auch politische Massnahmen folgen.
    • Das fordert die Berner SP-Nationalrätin Flavia Wasserfallen.

    Mit mangelndem Schutzmaterial, zu wenig Personal, hohem Druck und riesiger Verantwortung sowie einem Arbeitseinsatz bis zu 70 Stunden pro Woche, haben viele Pflegefachpersonen in den letzten Wochen den Gesundheitskollaps verhindert, Spitalstationen aufgebaut, Behandlungskonzepte eingeführt, COVID19-Patienten gepflegt. Dafür haben sie Wertschätzung und Applaus erhalten – doch das genügt nicht!

    Handlungsbedarf schon vor der Krise ersichtlich

    Bereits vor der Krise war klar, dass wir im Pflegebereich akuten Handlungsbedarf haben:

    1. Bis 2030 fehlen über 65'000 Pflegepersonen in der Schweiz.

    2. Fast die Hälfte aller Pflegefachpersonen verlässt den Beruf. Das heisst, sie geben ihre Erwerbstätigkeit auf, wechseln den Beruf oder die Branche.

    3. Verglichen mit anderen Berufen und gemessen an der grossen Verantwortung sowie der physischen und psychischen Belastung sind die Löhne zu tief.

    Pflege
    Eine Pflegekraft geht in einem Pflegeheim mit einer älteren Dame über einen Korridor. - dpa

    Diese Probleme wurden in dieser Krise noch viel sichtbarer und sie fordern uns Politikerinnen und Politiker dringend zum Handeln auf. Im Parlament haben wir immer wieder über diese Herausforderungen gesprochen – leider mit ungenügendem politischem Support.

    Höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen

    Heute am 12. Mai feiern wir den Tag der Pflege. Wir feiern die Frauen und Männer, die für uns da waren und sind. Vor, während und auch nach der Krise. Auf den Intensivstationen, der Neonatologie, den Bettenstationen, in den Psychiatrien, in den ambulanten Diensten, in der Palliative Care, kurz überall.

    Klatschen und feiern ist schön, aber was braucht es für politische Antworten?

    - Anständige Löhne: Leistungserbringer müssen sich einem repräsentativen Gesamtarbeitsvertrag für das Pflegepersonal anschliessen

    - Die Arbeitsbedingung können wir verbessern mit der Einführung Verbesserung des Betreuungsverhältnisses (nurse-patient-ratio) zwischen Pflegefachperson und Patient und familienfreundlicheren Arbeitszeiten.

    - Investitionen in mehr Ausbildungsplätze und Weiterbildungsangebote.

    Das Klatschen war schön, aber wir haben es in der Hand, dass daraus nachhaltige Verbesserungen in der Pflege entstehen.

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