Marina unterzog sich letzten Monat einem Selbsttest, in dem sie sich täglich einer Herausforderung stellte. Wie sie das erlebte, berichtet sie heute.
Blick auf Netflix im TV
Eines Abends, dank einer Serie, kam Marina die Idee, sich selbst herauszufordern. - Unsplash

Das Wichtigste in Kürze

  • Marina liebt und lebt Persönlichkeitsentwicklung.
  • Für Nau.ch berichtet sie über ihre persönlichen Erfahrungen.
  • Heute berichtet sie über ihre Selbstherausfoderungs-Challenge.

Im Dezember schrieb ich für Nau.ch einen Beitrag darüber, dass wir öfter mal unsere Komfortzone verlassen und Neues probieren sollten. Dies schrieb ich nicht einfach so.

Ich schieb diesen Artikel während meines eigenen Selbsttests, denn ich forderte mich im letzten Monat des Jahres 2021 selbst nochmals so richtig heraus.

Diese Idee kam mir eines Abends im November. Da sass ich zu Hause auf dem Sofa und schaute eine Serie. In einer Szene betrat die Protagonistin allein ein Restaurant und ass dort ihr Abendessen, ganz allein, und es schien ihr überhaupt nichts auszumachen.

Ich kann nicht genau sagen, warum und woher das kommt, aber der Gedanke daran, mich allein in ein Restaurant zu setzen, löste bei mir schon immer Unwohlsein aus.

Tasse Tee
Für viele Menschen ist es gar nicht so einfach, sich alleine in ein Café zu setzen und einen Tee zu trinken. - Unsplash

Aber wie kann es sein, dass das für einige Personen das Normalste der Welt ist, und für andere – mich eingeschlossen – eine schier unüberwindbare Hürde?

Ich suchte nach dem Grund und schlussfolgerte, dass es womöglich damit zusammenhing, dass ich mich darum sorgte, was andere denken würden.

«Warum sitzt die hier ganz allein? Hat sie keine Freunde? Die tut mir aber leid.» Marina, echt jetzt? Und das, obwohl mein Selbstvertrauen eigentlich relativ gesund ist.

Gehen Sie öfters alleine ins Restaurant oder Café?

In mir kam ein so starker Wille auf. Ich WILL das verändern. Ich WILL mich überwinden. Ich WILL dieses Glaubensmuster crashen. Und ich WILL mich öfter selbst herausfordern und meine selbsterstellten Grenzen sprengen.

Mein Kampfgeist war geweckt, und mir kam die Idee, ähnlich wie bei einem Adventskalender, den Dezember zu nutzen, um direkt JEDEN Tag etwas zu tun, das mich zwang, über meinen Schatten zu springen.

Challenges statt Schoggi

Kaum habe ich mich versehen, sass ich auch schon am Tisch und schrieb eine Liste mit 24 Dingen, die ich schon lange einmal machen wollte, mich aber nicht traute.

Dinge, die mir Angst machten, oder Dinge, die ich schon lange vor mir herschob.

Während andere im Dezember jeden Tag das Türchen ihres Adventskalenders öffneten und ein feines Schöggeli rausholten, schaute ich also täglich morgens auf meinen selbsterstellten «Selfchallenge-Adventskalender».

Frau macht Spaziergang
24 Tage lang hat Marina sich täglich mit verschiedenen Challenges selbst herausgefordert. - Unsplash

Täglich machte ich mich dafür bereit, heute erneut meine Grenzen zu überschreiten und über mich hinauszuwachsen.

Gilt ein Café auch?

Hier jetzt über jeden der 24 Punkte zu berichten, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Um Ihnen aber einen kleinen Einblick in meine Challenge zu gewähren – auf der Liste standen Dinge wie:

Einen Tag lang auf Handy und Fernsehen verzichten (gar nicht so einfach), um 5 Uhr aufstehen (sehr zu empfehlen!), eine mehrstöckige Torte backen (ich dachte immer, ich kann nicht backen – falsch gedacht), einen Workshop halten (zweitgrösste Challenge des Monats), ein Tattoo stechen lassen (ja, habe ich wirklich getan), einfach mal einen Tag lang NICHTS tun (erlaube ich mir selten), auf Instagram LIVE gehen (ich schwitzte Blut und Wasser).

Und ich zog alles konsequent durch!

Zum eigentlichen Punkt, warum ich diese Challenge ins Leben rief, möchte ich Ihnen aber doch berichten.

Challenge vom 7. Dezember 2021: Alleine ins Café gehen

Ja, ich weiss. Ich habe ein bisschen geschummelt. Statt direkt ins Restaurant zu gehen, nahm ich den Zwischenschritt, der für mich aber ebenfalls bereits herausfordernd war.

Ich nahm mir vor, in einem Café einen Tee trinken zu gehen. Jetzt, wo ich das so schreibe, klingt das echt nach Peanuts. In diesem Moment war es das für mich nicht.

Ich schlich mehrere Minuten um das Café herum und erwischte mich dabei, wie sich meine Füsse auf den Weg zurück zu meinem Auto machten.

Frau isst alleine
Alleine ins Restaurant? Für viele ist das unvorstellbar. Marina stellt sich der Herausforderung. - Unsplash

Natürlich liess ich das nicht zu. Rückzieher waren nicht erlaubt. Ich spulte meine Mantren in meinem Kopf herunter, die in etwa so lauteten:

«Du schaffst das. Das ist Peanuts. Du bist selbstbewusst. Du bist stark. Es ist SO egal, was andere denken. Was andere über dich denken, sagt mehr über die aus als über dich. Und jetzt LOS Girl!»

Yep. Wir können selbst unsere grössten Cheerleader sein. Es hat gewirkt. Ich habe mich überwunden. Und – wen wundert es – alle meine Sorgen waren natürlich unbegründet. Es war alles völlig entspannt.

Ich habe mir vorgenommen, das auch in diesem Jahr öfters zu machen, diesen «Muskel» zu trainieren. Und lange dauert es bestimmt nicht mehr, bis ich mich auch einmal selbst ins Restaurant ausführe.

Marina Persano
Die Autorin Marina Persano - zVg

Die 32-Jährige Journalistin und Expertin für Manifestation schreibt für Nau.ch und auf ihrem Instagram-Account @marina.persano darüber, wie wir mit der Macht unserer Gedanken unser bestes Leben erschaffen.

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