Zürcher Stadtrat Filippo Leutenegger begnadigt Sprayer-Urvater
Der 78-jährig Sprayer Harald Nägeli verursachte mit seinen Graffiti einen Sachschaden von über 9000 Franken. Statt zu zahlen, einigten sich Stadtrat Filippo Leutenegger und Nägeli auf eine «kreative, aussergerichtliche Lösung».
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Das Wichtigste in Kürze
- Sprayer Harald Naegeli wurde für 25 Werke aus den Jahren 2012 und 2013 angeklagt.
- Statt den Sachschaden zu zahlen, schenkte Nägeli der Stadt Zürich ein Bild.
Letzten Oktober musste sich der Graffiti-Künstler Harald Naegeli vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Die Anklageschrift listet 25 Sachbeschädigungen auf, der Schaden beläuft sich auf 9'200 Franken. Die Staatsanwaltschaft beantragte eine Strafe von 200'000 Franken. Da der mittlerweile 78-Jährige und die Kläger sich nicht einigen konnten, empfahl der Richter eine «kreative, aussergerichtliche Lösung».
Kreative Lösung
Statt zu zahlen, überreichte Harald Nägeli heute der Stadt Zürich ein Bild. Damit sei der «Fall Nägeli ad Acta gelegt», sagt Stadtrat Filippo Leutenegger. Er wollte diese Geschichte unbedingt noch sauber abschliessen, bevor er in zwei Tagen das Departement wechseln muss.
Die Kritik, dass mit dieser Schenkung jetzt Sprayereien legalisiert würden, lässt Filippo Leutenegger nicht gelten: «Sprayen ist nach wie vor nicht legal, aber die Kunst-Diskussion besteht in der Stadt Zürich ja schon seit Jahren und dies ist ein Versuch dem Ganzen einen neuen Anstoss zu geben. Statt illegal zu sprayen versucht die Stadt Zürich den Künstlern legale Flächen anzubieten.»
Berühmt und berüchtigt
Der Urvater des Sprayens ist es sich gewohnt für seine Werke angeklagt zu werden. Seit den 70ern bereits besprayt er Hauswände, Brücken und sogar die Kantonsverwaltung. Für diesen Spass musste er immer wieder hohe Geldsummen bezahlen und sogar auch einmal ins Gefängnis.
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Trotzdem möchte der Erfinder des Street Art auch nach der heutigen aussergerichtlichen Einigung nicht aufhören. «Der Künstler ist immer der Gebende, ich habe der Stadt Zürich heute ein Geschenk gemacht».






