Zugvögel verfolgen einen ausgeklügelten Flugplan
Zugvögel verfügen nicht nur über eine gute Ausdauer und einen guten Orientierungssinn. Sie passen ihren Flug auch an die Gebiete an, die sie durchqueren, um ihre Energie optimal einzuteilen.

Zu diesem Ergebnis kam die Schweizerische Vogelwarte Sempach in einer am Dienstag veröffentlichten Studie. Die Forscher analysierten die Daten von Sendern, mit denen 67 kleine Vögel aus 17 verschiedenen Arten ausgestattet waren. Die Ergebnisse zeigen, dass die Vögel ihre Flughöhe je nach dem zu überwindenden Hindernis drastisch ändern.
So gewinnen die Vögel an Höhe, wenn sie über die Sahara fliegen. Sie fliegen nachts durchschnittlich in 1600 Metern Höhe und tagsüber in 2800 Metern Höhe, wie die Schweizerische Vogelwarte in einer Mitteilung feststellt. Einige Exemplare steigen tagsüber sogar bis auf 6000 Meter.
Der Grund für dieses Verhalten lässt sich einfach erklären. Durch das Fliegen in grösserer Höhe finden die Vögel deutlich kühlere Temperaturen. So vermeiden sie die Gefahr der Überhitzung während der langen Wüstenüberquerungen, auch wenn das Fliegen in grösserer Höhe für sie mit mehr Kraftaufwand verbunden ist.
Über dem Meer verfolgen die Vögel die gegenteilige Strategie und fliegen deutlich tiefer, in einer durchschnittlichen Höhe von 750 Metern. Manche bewegen sich sogar direkt über der Wasseroberfläche. Durch das Fliegen in geringerer Höhe sparen sie Energie und profitieren von günstigeren aerodynamischen Bedingungen, wie die Vogelwarte feststellt.
Auch die Körperform der Vögel spielt bei der Gestaltung ihrer Reise eine Rolle. Arten mit grösseren Flügeln neigen dazu, weniger tief zu fliegen. Vögel mit dunklem Gefieder suchen über der Wüste ebenfalls grössere Höhen auf, da ihre dunklen Federn, die Wärme absorbieren, sie stärker der Hitzebelastung aussetzen.










