Zuger Delegation besucht bosnische Partnerstadt

Uwe Guntern
Uwe Guntern

Region Zug,

Seit über zwei Jahrzehnten verbindet Zug und Kalesija eine enge Partnerschaft. Ein Besuch im Mai zeigte, wie lebendig diese Beziehung geblieben ist.

Die Delegation aus Zug (erste Reihe) mit Gemeindevertreterinnen und -vertretern vor dem Stadthaus in Kalesija.
Die Delegation aus Zug (erste Reihe) mit Gemeindevertreterinnen und -vertretern vor dem Stadthaus in Kalesija. - zVg

Die Städtepartnerschaft zwischen Zug und Kalesija bleibt weit mehr als ein symbolisches Band. Vom 10. bis 13. Mai reiste eine Delegation aus Zug in die nordostbosnische Gemeinde, um bestehende Kontakte zu pflegen, neue Projekte anzustossen und den persönlichen Austausch mit Behörden, Schulen und Vereinen zu vertiefen.

Unterstützung wirkt nachhaltig 

Im Mittelpunkt des Besuchs standen Gespräche mit Gemeindevertreterinnen und -vertretern sowie Besichtigungen verschiedener öffentlicher Einrichtungen. Besonders eindrücklich war der Besuch mehrerer Schulhäuser, die in den vergangenen Jahren mit ausrangiertem, aber gut erhaltenem Mobiliar aus der Stadt Zug ausgestattet wurden.

Die Delegation konnte sich vor Ort davon überzeugen, dass die Unterstützung nachhaltig wirkt und den Schulalltag vieler Kinder und Jugendlicher erleichtert. Auf dem Programm standen zudem die Besichtigung einer renovierten Turnhalle sowie ein Besuch bei der Feuerwehr von Kalesija.

Das Stadtzentrum in Zug.
Das Stadtzentrum in Zug. - Nau.ch / Stephanie van de Wiel

Dabei wurde deutlich, wie vielfältig die Zusammenarbeit zwischen den beiden Partnergemeinden inzwischen geworden ist. Längst beschränkt sie sich nicht mehr auf einzelne Hilfsprojekte, sondern umfasst den Austausch von Erfahrungen und Know-how in verschiedenen Bereichen des öffentlichen Lebens.

Jungen Menschen direkte Begegnungen ermöglichen 

Ein besonderer Schwerpunkt der Reise lag auf der Bildung. Die Delegation prüfte Möglichkeiten für einen künftigen Schülerinnen- und Schüleraustausch auf der Sekundarstufe.

Ziel ist es, jungen Menschen aus beiden Ländern direkte Begegnungen zu ermöglichen und das Verständnis für andere Kulturen und Lebensrealitäten zu fördern. Neben dem Blick in die Zukunft stand auch das Erinnern an die Vergangenheit auf dem Programm.

Die Zuger Delegation besuchte die Genozid-Gedenkstätte in Srebrenica. Der Ort erinnert an eines der schwersten Kriegsverbrechen Europas seit dem Zweiten Weltkrieg und hinterliess bei den Teilnehmenden einen nachhaltigen Eindruck.

Klarer 8:2-Sieg

Thema war die Reise auch an der 13. Generalversammlung des Vereins Zug-Kalesija vom 14. Juni. Bereits am Nachmittag wurde auf dem Kunstrasenfeld Herti Nord die Freundschaft auf sportliche Weise gepflegt.

Findest du Städtepartnerschaften mit Gemeinden im Ausland sinnvoll?

Beim traditionellen Fussballspiel zwischen dem Verein Zug-Kalesija und Mitarbeitenden der Stadtverwaltung gelang den Verwaltungsangestellten die Revanche für die Niederlage im Vorjahr eindrucksvoll: Mit einem 8:2 behielt das Team der Stadtverwaltung die Oberhand.

Für Stadtrat Urs Raschle, Co-Präsident des Vereins Zug-Kalesija, hat der Besuch die Bedeutung der Partnerschaft erneut unterstrichen: «Die Partnerschaft mit Kalesija lebt vom persönlichen Austausch und von konkreten Projekten. Der Besuch hat gezeigt, wie wichtig diese Beziehungen sind und wie sie auch im Bildungsbereich weiterentwickelt werden können.»

Die Reise machte deutlich, dass die Verbindung zwischen Zug und Kalesija auch Jahrzehnte nach ihrer Entstehung lebendig ist. Sie lebt von Begegnungen, gemeinsamen Projekten und dem Willen, über Ländergrenzen hinweg voneinander zu lernen – zum Nutzen beider Gemeinden.

Hinweis

Dieser Artikel ist zuerst in der «Zuger Woche» erschienen.

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