Zu viel Lärm? Bund will auf dem Bundesplatz mehr Mitsprache

    Melanie Thöne
    Melanie Thöne

    Bern,

    Vor allem bei grossen Veranstaltungen erschwert Lärm die Sitzungen im Bundeshaus. Bundespolitiker wollen nun mehr Einfluss während der Sessionen.

    Bundesplatz
    Grosskundgebungen auf dem Bundesplatz machen das Abhalten von Sitzungen schwierig, wie behauptet wird. (Archivbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Bundespolitiker wollen mehr Kontrolle über den öffentlichen Raum rund um das Bundeshaus.
    • Dieser wird aktuell von der Stadt Bern verwaltet, was zu Spannungen führt.
    • Ein Vorstoss im Nationalrat soll nun eine einvernehmliche Lösung für die Nutzung finden.

    Das Bundeshaus ist das Herz der Schweizer Politik. Für den davor liegenden – öffentlichen – Bundesplatz ist jedoch die Stadt Bern weitestgehend verantwortlich.

    Daher gibt es seit Jahren bereits Spannungen – beispielsweise aufgrund grosser Demonstrationen während der Sessionen.

    Ein neuer Vorstoss im Nationalrat, über den «Der Bund» berichtet, zielt nun darauf ab, die Zusammenarbeit zu verbessern. Die aktuelle Situation ist laut dem Büro des Nationalrates nämlich «unbefriedigend».

    Vor allem geht es um Demonstrationen während der Parlamentssessionen. Seit 2021 sind solche in kleinerem Rahmen auf dem Bundesplatz erlaubt. Grössere Anlässe könnten sogar vom Berner Gemeinderat bewilligt werden.

    Lärm erschwert Sitzungen

    Eigentlich ist dafür aber Voraussetzung, dass der Parlamentsbetrieb nicht gestört wird. Dies funktioniert jedoch nicht immer. Etwa beim Feministischen Streik vergangenes Jahr kam es zu massivem Lärm.

    Feministischer Streiktag
    Zahlreiche Frauen haben sich auf dem Bundesplatz in Bern zum Feministischen Streik versammelt. - keystone

    Auch kommerzielle Veranstaltungen erschweren die Arbeit im Parlament, wie Nationalrätin Maja Riniker (FDP) gemäss «Der Bund» erklärt. Sie reichte den neuen Vorstoss mit ein.

    Stadt begrüsst Vorhaben

    Der Sicherheitsdirektor der Stadt Bern, Reto Nause, ist offen für Veränderungen. Er habe laut der Zeitung schon Gespräche mit Bundeskanzler Viktor Rossi dazu geführt. Er betont jedoch, dass die Zusammenarbeit zwischen den Institutionen bereits heute gut funktioniere. Durch den Antrag würde sie lediglich formalisiert.

    Sollte es auf dem Bundesplatz auch während Sessionen möglich sein, grössere Demonstrationen abzuhalten?

    Eine Gefährdung der Sicherheit von Personen und Gebäuden durch die aktuelle Situation sehe Nause hingegen nicht.

    Diesbezüglich widerspreche der Sicherheitsdirektor, der auch Nationalrat ist, dem Text aus dem Vorstoss. Trotzdem plane er, ihn am 5. Juni anzunehmen.

    Kommentare

    User #1288 (nicht angemeldet)

    Der Bundesplatz gehört auch zur Reithalle.

    User #4578 (nicht angemeldet)

    Wird der Schlaf während der Sitzung gestört?

    Weiterlesen

    Bild von Nicolas Rimoldi
    68 Interaktionen
    Mass-voll
    Demo Bern
    20 Interaktionen
    Stumme Proteste
    Berner Bundesplatz
    4 Interaktionen
    Bern

    MEHR AUS STADT BERN

    Ähnlich wie bei einer Sprachenlern-App kann man bei GudMem Namen von beispielsweise neuen Arbeitskollegen schnell lernen.
    2 Interaktionen
    Fertig mit Ausreden
    SCB-Boykott
    Fan-Proteste
    2 Interaktionen
    6 Monate nach Wahlen
    Die 27-jährige Flügelstürmerin Josephine Afua Kyerewaa Bonsu. - Daniel Zaugg
    4 Interaktionen
    Neu bei YB