Wolf und Wildschäden prägen die Jagd in drei Kantonen
In Graubünden sind während der Hochjagd 17 Wölfe erlegt worden. Auch im Wallis beeinflussen die Grossraubtiere die Jagd, während die Kantone zugleich die Bestände von Hirschen und Gämsen regulieren. In der Waadt sollen mehr Hirsche geschossen werden, um Schäden an Wäldern und landwirtschaftlichen Kulturen zu begrenzen.

Seit dem 1. September läuft in der Schweiz die Wolfsregulation. In Graubünden wurden bereits während der traditionellen Hochjagd zahlreiche Wölfe getötet. 17 waren es an der Zahl. 61 sind insgesamt zum Abschuss freigegeben. Noch bis Ende Januar bleibt Zeit, die restlichen Wölfe zu erlegen.
Auch im Wallis beeinflussten Grossraubtiere die Jagd. Weil Wölfe und Luchse laut dem Kanton die Gämsbestände in gewissen Regionen gefährden, galten dort bei der diesjährigen Hochjagd strengere Regeln. So durfte jeder Jäger in den betroffenen Gebieten höchstens einen ausgewachsenen Gamsbock erlegen.
Im Wallis wurden bei der Hochjagd 1607 Rothirsche erlegt, 180 mehr als im Vorjahr. Das Abschussziel von 1700 Tieren wurde knapp verfehlt. In Gebieten mit Waldschäden soll die Wildhut weitere Hirsche erlegen. Eine zusätzliche Jagd ist nicht vorgesehen.
Auch in der Waadt wächst der Hirschbestand. Für diesen Herbst sieht der Kanton 612 Abschüsse vor, rund 20 Prozent mehr als in den beiden Vorjahren. Die Tiere fressen junge Bäume und beeinträchtigen damit die natürliche Waldverjüngung. Zudem verursachen sie Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen. Auf einzelnen Rapsfeldern am Jurasüdfuss können die Ertragseinbussen mehr als 50 Prozent betragen, wie Frédéric Hofmann von der kantonalen Umweltgeneraldirektion erklärte.
In Graubünden wurden bei der Hochjagd rund 3070 Gämsen erlegt, etwa 200 mehr als im Vorjahr. Mit 2900 lag die Gesamtzahl der erlegten Tiere hingegen deutlich tiefer als in früheren Jahren. Die warmen und trockenen Bedingungen hätten die Gamsjagd begünstigt, die Hirschjagd dagegen erschwert, erklärte Lukas Walser vom kantonalen Amt für Jagd und Fischerei.
Im Wallis stieg die Zahl der erlegten Gämsen von 1537 auf 1617. Zudem wurden 192 Rehgeissen und elf Wildschweine geschossen.
Letztere beschäftigen auch die Behörden in der Waadt. Im vergangenen Jahr erlegten Jäger 938 Tiere, die Wildhut weitere rund 400. Wegen der Schäden an Kulturen, Wiesen und Weiden hat der Kanton einen Managementplan für 2026 bis 2032 verabschiedet. In mehreren Naturschutzgebieten sind gezielte Abschüsse erlaubt.
In Graubünden kam es während der Hochjagd zu einem tragischen Zwischenfall: Am 8. September starb bei einem Absturz in unwegsamem Gelände ein 66-Jähriger.
Zu einem aussergewöhnlichen Zwischenfall kam es ausserdem in Avers GR, als ein Jäger am 6. September ein Pferd auf einer Wiese erschoss, weil er es für einen Hirsch hielt. Dem Jäger wurde das Jagdpatent noch vor Ort entzogen.










