Frauenfeld

    Wil West: Ein Entwicklungsprojekt in der Krise?

    Die Zukunft des Entwicklungsgebiets Wil West im Kanton St. Gallen steht auf dem Prüfstand.

    Grosser Rat Thurgau
    Grosser Rat Thurgau. (Symbolbild) - keystone

    Die Pläne für das Entwicklungsgebiet Wil West sind im Kanton St. Gallen umstritten. In einem Vorstoss aus dem Thurgauer Grossen Rat wird nun die Frage gestellt, ob die Grundidee überhaupt noch realisierbar sei. Die Stellungnahme der Regierung steht noch aus.

    Auf dem Entwicklungsgebiet Wil West sollen in den kommenden 20 Jahren Firmenansiedlungen konzentriert werden. 3000 Arbeitsplätze könnten dort entstehen. Dafür würde das Areal, das im Kanton Thurgau liegt, aber grösstenteils im Besitz des Kantons St.Gallen ist, verkehrstechnisch optimal erschlossen.

    Im Gegenzug müsste in den Gemeinden der Region auf Einzonungen verzichtet werden. Der Verlust von Landwirtschaftsboden wäre anderswo zu kompensieren.

    Zukunft von Wil West ungewiss

    Im September 2022 lehnten dann aber die St.Galler Stimmberechtigten einen Projektkredit für Wil West von 33 Millionen Franken ab.

    Damit ist es nun am Kanton Thurgau, das Vorhaben voranzutreiben. SP-Parlamentarierin Edith Wohlfender-Oertig hat zu diesen Plänen einen neuen Vorstoss mit dem Titel: «Wil West – Grundidee längst überholt?» eingereicht.

    Aktuell schreite die Zersiedlung in der Region rasch voran, heisst es darin.

    Zersiedlung im südlichen Thurgau

    In den letzten zwei bis drei Jahren hätten sich im südlichen Thurgau – beispielsweise in Tägerschen oder in Eschlikon/Wallenwil – grosse Industrie- und Gewerbebetriebe angesiedelt. Die Gemeinde Münchwilen wolle sogar Gewerbe- und Industrieland kaufen, um neues Gewerbe anzusiedeln.

    Der Regierungsrat soll nun erklären, wie er diese Bautätigkeit im südlichen Thurgau und die damit verbundene Zersiedlung beurteile. «Wie viele Industrie- und Gewerbebauten sind im südlichen Thurgau im Baubewilligungsverfahren oder stehen in Planung?»

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