Widnau SG: Ein quietschiges Vergnügen am Binnenkanal

Manuela Müller
Manuela Müller

St. Margrethen,

Auch in diesem Jahr wird der Binnenkanal zur Rennstrecke: Über 4 000 Enten liefern sich auf dem Kanal ein Wettrennen der Extraklasse.

Das Binnenfest zieht Jahr für Jahr zahlreiche Schaulustige an den Binnenkanal in Widnau
Das Binnenfest zieht Jahr für Jahr zahlreiche Schaulustige an den Binnenkanal in Widnau - pd

Am 22. August findet das Binnenfest in Widnau statt. Das vom Turnverein Widnau organisierte Event lockt jedes Jahr zahlreiche Schaulustige und Wettkönige an, um auf die schnellste Ente zu setzen. Wie das Event entstanden ist und wie man mit der anhaltenden Trockenheit der letzten Wochen umgeht, erklärt OK-Präsidentin Giulia Frey.

Redaktion: Wie kam die Idee zustande, 4000 Gummienten auf dem Binnenkanal schwimmen zu lassen?

Giulia Frey: Früher fand auf dem Binnenkanal die Kanalregatta mit selbstgebauten «Böötli» statt. Mit dem Wandel der Zeit sank das Interesse und es gab immer weniger Anmeldungen. Zudem musste der Anlass ein paar Mal abgesagt werden, da der Kanal für die «Böötli» zu wenig Wasser hatte.

Somit wurde nach einer attraktiven Alternative gesucht. Nach intensivem Brainstorming kam man auf die Idee, Gummienten den Kanal hinunter schwimmen zu lassen.

Redaktion: Was ist das Besondere am Binnenfest?

Frey: Das Besondere am Binnenfest ist für uns vor allem das Zusammenkommen des Dorfes. Das Fest bietet für alle Altersklassen etwas und bringt Jung und Alt auf dem Gemeindeplatz zusammen. Viele Besucherinnen und Besucher kennen sich untereinander, gleichzeitig entstehen aber auch immer wieder neue Begegnungen und schöne Gespräche.

Natürlich ist das Entenrennen mit 4 320 Gummienten auf dem Binnenkanal ein besonderes Highlight. Zusammen mit dem Firmenentenrennen, dem Kinderprogramm und der musikalischen Unterhaltung entsteht ein abwechslungsreicher Anlass für alle Besucherinnen und Besucher.

Redaktion: Wie läuft eine Wette auf eine Gummiente konkret ab?

Frey: Es kann ein Patenschein für eine einzelne Ente oder eine Entenfamilie à vier Enten erworben werden. Die Patenscheine sind nummeriert, genau wie die dazugehörigen Enten. Nach dem Kauf heisst es abwarten und Daumen drücken.

Gewonnen haben am Ende jene Enten, die den Weg auf dem Binnenkanal am schnellsten zurücklegten und als Erste das Ziel erreichen konnten.

Präsidentin Giulia Frey trumpfte im vergangenen Jahr mit dem perfekten Outfit auf
Präsidentin Giulia Frey trumpfte im vergangenen Jahr mit dem perfekten Outfit auf - pd

Redaktion: Wer macht jeweils bei den Wetten um die schnellste Ente mit?

Frey: Grundsätzlich kann jeder einen Patenschein erwerben. Ausgenommen sind lediglich die Mitglieder des OK. Viele unserer Enten-Paten sind bereits seit Jahren dabei und freuen sich jedes Jahr aufs Neue darauf, ihre Enten ins Rennen zu schicken.

Redaktion: Wie viel Zeit braucht ein solches Fest in der Vorbereitung?

Frey: Mit den Vorbereitungen für das Binnenfest beginnen wir jeweils im März. Zu diesem Zeitpunkt starten die Sponsoringanfragen und für verschiedene grössere Posten wie Festzelt, Musik, Speisen und Getränke werden Offerten eingeholt.

Unser elfköpfiges OK ist in sieben Ressorts aufgeteilt. Die einzelnen Ressorts arbeiten weitgehend selbstständig anhand ihrer Pflichtenhefte und Checklisten. Gleichzeitig ist der regelmässige Austausch innerhalb des OK sehr wichtig.

In Sitzungen, Telefonaten und über WhatsApp halten wir uns gegenseitig über den aktuellen Stand auf dem Laufenden und stimmen die nächsten Schritte ab.

Ein Fest zu organisieren, ist mit viel Arbeit verbunden. Mir persönlich bereitet diese Aufgabe aber grosse Freude, auch wenn es manchmal eine Herausforderung ist, alles zu koordinieren und den Überblick zu behalten. Ich finde es wichtig, dass ein Dorf lebt und Veranstaltungen stattfinden, die Menschen aller Altersklassen zusammenbringen.

In solchen Momenten weiss man, wofür man die vielen Stunden in die Vorbereitung investiert hat.

Redaktion: Stellt die anhaltende Trockenheit eine Herausforderung für die Veranstaltung dar?

Frey: Der Binnenkanal hat aktuell einen Rekordtiefstand erreicht. Noch nie hatte er so wenig Wasser wie derzeit.

Für das Entenrennen stellt dies durchaus eine Herausforderung dar. Bei niedrigem Wasserstand besteht beispielsweise die Möglichkeit, dass einzelne Enten seitlich liegen bleiben. Gleichzeitig ist die Strömung deutlich langsamer, wodurch sich das Rennen etwas in die Länge ziehen könnte.

Ich bin jedoch davon überzeugt, dass die Verantwortlichen des Entenrennens diese besondere Situation gemeinsam mit dem restlichen OK und den zahlreichen Helferinnen und Helfern unseres Vereins gut meistern werden.

Redaktion: Welche Highlights erwarten die Besuchenden am 22. August?

Frey: Das erste Highlight startet um 13.30 Uhr mit dem Firmenentenrennen. Um 14.30 Uhr folgt das grosse Entenrennen, das eigentliche Highlight des Tages, bei dem insgesamt 4 320 Gummienten gleichzeitig an den Start gehen werden.

Auch für unsere kleinen Besucher-innen und Besucher ist einiges geboten: Ab 14 Uhr wartet ein Postenlauf mit sechs verschiedenen Spielen und einer kleinen Belohnung zum Abschluss. Zusätzlich sorgt eine Hüpfburg für Unterhaltung. Ab 17.30 Uhr wird Leandro Raunjak das Binnenfest musikalisch begleiten und für einen gemütlichen Abend sorgen.

Dieser Artikel ist zuerst im «Rheintaler Bote» erschienen.

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