Zwei Familien haben im Kanton Schwyz falsche Radarfallen aufgestellt. Sie könnten dafür in Schwierigkeiten geraten, falls ein Baugesuch notwendig gewesen wäre.
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Eine Radarfalle blitzt eine Person. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Familien im Kanton Schwyz stellen Radar-Attrappen auf.
  • Die Verkehrsberuhigungs-Massnahmen des Kantons wirkten ihnen zu wenig.
  • Die Polizei hat davon Kenntnis und klärt ab, ob ein Baugesuch notwendig gewesen wäre.

In Bennau SZ werden Autofahrer von drei Radarfallen innerhalb von 280 Metern überrascht. Doch nur eine davon ist echt, die beiden anderen sind nur Attrappen – aufgestellt von genervten Anwohnern.

Wie die Initiatoren der Aktion gegenüber dem «Boten der Urschweiz» sagen, störten sie sich ab dem Lärm. Auf der Schwyzerstrasse fahren unzählige Busse, Autos und Lastwagen durch Bennau. Seit Jahren steht ein Blitzer dort mit dem Ziel der Verkehrsberuhigung – jedoch ohne Erfolg.

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Eine mobile Radarfalle in Deutschland. (Symbolbild) - dpa/dpa/picture-alliance/Archiv

Die Familie hat deswegen mehrmals die Fenster gegen den Verkehrslärm isoliert und die Behörden um Hilfe gebeten. Ebenfalls ohne Erfolg. Gemeinsam mit einer anderen betroffenen Familie hat sie deshalb die Attrappen aufgestellt. Vandalen haben diese bereits mit «Fake» beschriftet, um Automobilisten darauf aufmerksam zu machen, dass es «Fälschungen» sind.

Die Kantonspolizei Schwyz schreibt auf Anfrage des «Boten der Urschweiz», dass sie von den Attrappen Kenntnis hat. Sie sei mit den Verantwortlichen in Kontakt. Private, falsche Blitzer würden toleriert und seien nicht grundsätzlich verboten, wenn sie die Sicht und den Verkehr nicht beeinträchtigten.

Was halten Sie von privaten Radar-Attrappen?

Wegen der Radar-Attrappen liefen laut der Polizei aber rechtliche Abklärungen. Unter Umständen hätten die Familien ein Baugesuch dafür gebraucht.