Warum die Statistik zur Lohnungleichheit nichts aussagt

    Nadine Brügger
    Nadine Brügger

    Bern,

    Heute hat das BfS seine Statistik zur Lohnungleichheit zwischen Mann und Frau veröffentlicht. Rückschluss auf die aktuelle Situation geben diese aber kaum.

    Frauenstreik Barbara Gysi
    Neue Zahlen des Bundesamts für Statistik zeigen, dass die Lohnungleichheit zwischen Frauen und Männern wieder grösser geworden ist. Auch darum kommt der Frauenstreik. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Das BfS hat neue Zahlen zur Lohnungleichheit zwischen Mann und Frau veröffentlicht.
    • Das neue Gesetz für die Kontrolle zur Lohngleichheit tritt erst dieses Jahr in Kraft.
    • Die 2016 erhobenen Zahlen geben wenig Auskunft über die aktuelle Situation.

    Neue Zahlen des Bundesamts für Statistik zeigen: Trotz grossem Engagement ist die Lohnungleichheit zwischen Frauen Männer noch gewachsen.

    «Es sind negative Nachrichten in Bezug auf die Lohngleichheit», sagt SP-Nationalrätin Yvonne Feri. «Zum Glück haben wir kleine Schritte erreicht im letzten Jahr», fügt sie an. Aber die Zahlen zeigen: Es brauche wohl noch mehr.

    Yvonne Feri spricht an einer Medienkonferenz.
    «Es braucht noch mehr», so Yvonne Feri. - Keystone

    Ernüchterung trotz neuem Gesetz

    Die BfS-Zahlen sind ernüchternd. Besonders, weil in den letzten Monaten sehr viel für die Lohngleichheit unternommen wurde.

    Demonstrationen wiesen die breiten Massen immer und immer wieder auf die Problematik hin. Und schliesslich nahm das Parlament nach viel Hin- und her ein neues Gesetz zur Kontrolle der Lohngleichheit an.

    Verbesserung frühestens 2020

    Genau da allerdings liegt laut SP-Ständerätin Anita Fetz der Hase im Pfeffer: «Das Gesetz zur Kontrolle der Lohngleichheit in Firmen tritt erst 2019 in Kraft.» Davon erhoffe sie sich «schon einen Effekt, der sich aber frühestens Ende 2020 Anfang 2021 zeigen dürfte».

    Anita Fetz spricht bei der Wintersession im Ständerat in Bern.
    Laut Anita Fetz wird der Effekt des Gesetzes «frühestens Ende 2020 Anfang 2021» einsetzen. - Keystone

    Das BfS aber publizierte heute Statistiken, die im Jahr 2016 erhoben worden sind. «Deshalb überraschen mich die Zahlen vom BfS nicht wirklich», so Fetz.

    Gesetz ist nicht genug

    Das neue Gesetz wird laut Fetz «einen Effekt» haben. Dass das allerdings genügt, um die unerklärbare Lohndifferenz auszumerzen, ist zu bezweifeln.

    Eine Lösung sieht Nationalrätin Feri darin, «den Kantonen auf die Finger zu schauen – Föderalismus hin oder her».

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