«War dumm von mir»: Fasnachts-Schubser (18) wohnt noch bei den Eltern

Vivian Balsiger
Vivian Balsiger

Solothurn,

Am Fasnachtsumzug wird eine Guggenmusikerin verletzt. Der Vorfall wird auf Video eingefangen und löst heftige Reaktionen aus – nun spricht der junge Schubser!

00:00 / 00:00

Ein rücksichtsloser Schubser sorgt in Solothurn für Kopfschütteln. - facebook

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Mann schubste eine Fasnächtlerin am Umzug in Solothurn – und wurde dabei gefilmt.
  • Die Frau erlitt sichtbare Verletzungen – das Video sorgt im Netz für böse Kommentare.
  • Nun äussert sich der junge Schubser zu dem Vorfall.

Am Dienstag berichtete Nau.ch über eine schockierende Szene am Fasnachtsumzug in Solothurn. Der Vorfall ereignete sich am Sonntag vor eineinhalb Wochen während des traditionellen Umzugs.

Während die Guggenmusik «Chrumm Durm Sumpf Chroniker» spielte, tauchten plötzlich zwei junge Männer am Bildrand auf. Kurz darauf kommt es zum Zwischenfall: Einer der Männer stösst eine Musikantin rüde zur Seite.

Sie stolpert, verliert kurz das Gleichgewicht – niemand greift ein. Ein Zuschauer zuckt hilflos mit den Schultern. Die zwei Männer drängen sich weiter durch die Parade und verschwinden kurz darauf im Getümmel.

Auf Facebook sorgt das Video für mächtig Wirbel – und zahlreiche Beleidigungen. Sogar Selbstjustiz ist plötzlich ein Thema: «Kennt den jemand? Ich zahle 200.- wenn mir jemand anonym seinen Namen gibt. Und dann schauen wir weiter.»

Schubser äussert sich

Nun äussert sich der junge Schubser gegenüber «Blick» zum Vorfall: Denn mit so einem Aufsehen hat der 18-Jährigen nicht gerechnet!

Er habe den Umzug verlassen wollen, sei jedoch wegen der Absperrungen nicht durchgekommen. «Einer der Gugger, die vorausgelaufen sind, hat mich absichtlich angerempelt – obwohl ich ihm Platz gemacht hatte. Dann wurde ich sauer, auch weil ich nicht wegkonnte.»

Kurz darauf sei die nächste Guggenmusik vorbeigezogen, der Platz sei noch enger geworden. «Als dann die Trommlerin auf mich zulief, habe ich sie aus Wut weggeschubst.»

«War dumm von mir»

Der 18-Jährige bereue seine Tat und wolle sich persönlich bei der Trommlerin entschuldigen: «Ich hab mich dann komisch gefühlt und ein schlechtes Gefühl gehabt», sagt er. Seit dem Vorfall habe er intensiv darüber nachgedacht. «Ich war emotional aufgeladen. Ich habe in diesem Moment nicht überlegt.»

fascnacht
Die Trommlerin trägt von dem Vorfall blaue Flecken davon. - Facebook/Screenshot

Rückblickend räumt er ein: «Ich hätte meine Wut nicht an ihr auslassen dürfen. Diese Aktion war dumm von mir», erklärt er gegenüber «Blick».

Der 18-Jährige lebt noch bei seinen Eltern. Auch sie betonen: «Es tut ihm wirklich sehr leid.»

Und jetzt?

Er geht davon aus, dass sein Verhalten Konsequenzen haben wird. «Es geht schon nicht, was ich da gemacht habe. Es war ein Fehler, und dazu stehe ich.» Für die Zukunft nehme er sich vor, seine Wut besser zu kontrollieren.

Wie schwer die Fasnächtlerin am 15. Februar verletzt wurde, ist noch unklar: «Bis jetzt sieht man blaue Flecken an den Oberschenkeln. Weitere Abklärungen laufen», erklärt Daniel Peier, Präsident der Guggenmusik «Chrumm Durm Sumpf Chroniker», gegenüber Nau.ch.

Anzeige erst nach Arztbesuch möglich

Nach dem Zwischenfall werde die Betroffene voraussichtlich eine Arztpraxis aufsuchen, so der Präsident weiter: «Eine Anzeige kann erst nach dem Arztbesuch getätigt werden, damit für diese auch Fakten vorhanden sind.»

Die Kantonspolizei Solothurn hatte nach eigenen Angaben am Dienstag noch keine Kenntnis vom Vorfall, wie sie auf Anfrage von Nau.ch mitteilte.

Sollte die Gugge Anzeige gegen den Rüpel erstatten?

Für den Präsidenten steht jedoch fest: «Die verursachende Person wird zur Rechenschaft gezogen, sobald diese ausfindig gemacht wurde.»

Aber auch der Schubser selbst, überlegt sich rechtliche Schritte: «Ich habe mir Gedanken gemacht, eine Zivilklage gegen die Person zu machen, die das Video ohne meine Erlaubnis online gestellt hat.»

Mehr zum Thema:

Kommentare

User #2036 (nicht angemeldet)

Bekommt die Frau nun 50 000.- Soforthilfe von Beat?

User #2584 (nicht angemeldet)

Ich habe der Fasnachtskomitee in Basel schon geschrieben. Nächstes Jahr werden alle Schnitzelbänke von mir persönlich vor der Fasnacht abgenommen und entweder bewilligt oder abgelehnt, heisst die dürfen dann nicht auftreten, weil zu schlecht und/oder nicht lustig. Sowas wie dieses Jahr darf nie wieder vorkommen.

Weiterlesen

schubser
508 Interaktionen
Solothurn
Basler Fasnacht
9 Interaktionen
Basler Fasnacht
Basler Fasnacht Morgenstreich
3 Interaktionen
Fasnacht

MEHR AUS SOLOTHURN

3 Interaktionen
Stadt Solothurn
Peteris Trekse
Unihockey
Tierarzt Halter aggressiv
73 Interaktionen
Drohungen
Unfall Aeschi
7 Interaktionen
Aeschi SO