VBZ wollen Cobra-Trams mit neuem Sicherheitssystem nachrüsten
Die Zürcher Verkehrsbetriebe (VBZ) wollen ein neues Sicherheitssystem in ihre Cobra-Trams einbauen. Dieses soll eingreifen, wenn das Fahrpersonal ein medizinisches Problem hat. Auslöser war eine Kollision in Oerlikon im September 2025.

Die Machbarkeit eines solchen Systems sei bestätigt, die Projektierung sei im Gange, teilten die VBZ auf Anfrage von Keystone-SDA mit. Sobald die Sicherheitssteuerung einsatzbereit sei, werde sie in die Revisionszyklen integriert.
Von 2027 bis 2033 wird die gesamte Cobra-Tramflotte ohnehin schrittweise revidiert, damit sie weitere 20 Jahre unterwegs sein kann. Pro Jahr würden 13 Cobras einer umfassenden technischen Überholung unterzogen, so die VBZ.
Keinen Handlungsbedarf gibt es bei den Flexity-Trams: Sie verfügen bereits über ein Sicherheitssystem. Nicht nachgerüstet werden hingegen die alten Trams 2000, die in den vergangenen 50 Jahren das Stadtbild prägten. Sie werden bis Ende 2027 ausgemustert.
Auslöser für die geplante Nachrüstung war eine Kollision auf dem Verkehrsknotenpunkt Albert-Näf-Platz beim Bahnhof Oerlikon: Ein Chauffeur eines Cobra-Trams steuerte dabei ungebremst in die Seite eines kreuzenden Flexity-Trams, das Vortritt gehabt hätte.
Beide Tramzüge entgleisten teilweise. Die Tramchauffeure und ein Passagier wurden schwer verletzt, eine Person erlitt leichte Verletzungen. Der Untersuchungsbericht der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle Sust zeigte vergangene Woche, dass ein medizinisches Problem des Cobra-Chauffeurs der Auslöser war.
Ein Sicherheitssystem, das bei Handlungsunfähigkeit der Tramfahrer hätte eingreifen könnte, hatten Cobra-Trams bisher nicht. Sie sind in Schweizer Trams bis jetzt auch nicht Pflicht.
Gemäss Sust-Bericht gibt es Systeme auf dem Markt, die das Lenkverhalten fortlaufend auswerten und die Augenbewegungen analysieren. Im Notfall bremsen sie automatisch ab.
In SBB-Zügen gibt es ein solches System bereits, das «Totmannpedal». Dabei handelt es sich um eine Fläche, auf welcher der Lokführer oder die Lokführerin die Füsse abstellt. Fällt der Druck auf dieses Pedal weg, etwa bei Bewusstlosigkeit, und quittiert er oder sie dies nicht als Fehlalarm, leitet der Zug automatisch den Bremsvorgang ein. Damit wird verhindert, dass ein Zug führerlos weiterfährt.










