Unfälle in Bern – Bäume gestürzt: Welche Rolle spielt Trockenheit?
Das heisse Wetter setzt den Pflanzen zu. Im Kanton Bern kommt es zu zwei Unfällen. Umstürzende Bäume sind schwierig vorherzusehen und bleiben unberechenbar.

Das Wichtigste in Kürze
- Im Kanton Bern werden zwei Personen von umstürzenden Bäumen verletzt.
- Die anhaltende Trockenheit spielt dabei eine entscheidende Rolle.
- Gefährdete Bäume sind sogar von Profis nur sehr schwierig zu erkennen.
Innert 24 Stunden verzeichnet der Kanton Bern diese Woche zwei Unfällen mit umstürzenden Bäumen.
Am Montagabend kommt eine Linde in Bützberg zu Fall. Dabei wird ein Kind auf einem Velo verletzt und muss ins Spital gebracht werden.

Im Tierpark Bern kommt es am Dienstag zum Zwischenfall. Dort verletzt ein umgestürzter Baum einen Mann schwer.
Trockenheit setzt Bäumen zu
Zweimal im Jahr würden die Bäume kontrolliert, sagt Jürg Hadorn, stellvertretender Direktor des Tierparks, gegenüber SRF.
Beim Gehege der Wisente, wo das Unglück geschah, sei vorher niemandem etwas aufgefallen. Hadorn: «Bezeichnenderweise war der Baum, der umgestürzt ist, eine der grossen Buchen. Die ist grün und sieht fit aus.»

Warum ausgerechnet diese Buche umgestürzt sei, könne er nicht sagen. Allerdings hat Hadorn eine Vermutung. So setze die Hitzewelle und die Trockenheit den Bäumen zu. «Die Bäume sind wahnsinnig gestresst und daher geschwächt, dann wird das Holz brüchig.»
Besagte Buche habe am Dienstagabend einer Windböe schliesslich nicht mehr standgehalten.
«Auch für Profi unmöglich zu sehen»
Stürze vorauszusehen, erscheint schwierig. Das bestätigt auch Peter Kuhn, Leiter des Baumkompetenzzentrums der Stadt Bern.
Bäume seien durch die Trockenheit weniger beweglich. Zudem gebe es im Innern immer mehr kleine Brüche, so Kuhn gegenüber SRF.
Auch für Fachleute seien diese minimalen Schäden kaum zu sehen. Kuhn: «Wenn ich einen Knochen breche, dann sehe ich das von aussen nur, wenn die Gliedmasse anschwillt. Aber wenn das nur ein kleiner Haarriss ist, dann sehe ich den Bruch durch die Haut gar nicht.»

Ähnlich könne man sich das bei den Bäumen vorstellen. Die Holzschäden seien meistens im Innern des Baumes – also unter der Rinde.
Kuhn bekräftigt: «Auch für einen Profi ist es unmöglich zu sehen, dass ein Baum so grosse Schäden hat, dass er schlussendlich versagt.»








