Ein neuer Spielfilm dokumentiert in «Und morgen seid ihr tot» die dunkelsten Stunden im Leben von zwei Bernern. Sie gerieten auf Reisen in Gefangenschaft.
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Kinobesucher - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Im neuen Film «Und morgen seid ihr tot» geht es um zwei Geiseln.
  • Das Berner Paar wurde auf ihrer Reise von den Taliban verschleppt.

Mit Sven Schelker und Morgane Ferru in den Hauptrollen dokumentiert Michael Steiners Spielfilm «Und morgen seid ihr tot» die dunkelsten Stunden im Leben von Daniela Widmer und David Och. Dem früheren Paar aus Bern, das vor zehn Jahren entlang der Seidenstrasse durch Pakistan reisen wollte, und stattdessen verschleppt und den Taliban übergeben wurde.

Obwohl die Medien die Geschichte seinerzeit breitschlugen und der Ausgang - Widmer und Och konnten nach mehreren Monaten fliehen - bekannt ist, sitzt der Schock tief, als sich die beiden Hauptfiguren mitten in ihren glücklichsten Stunden mit dem Tod konfrontiert sehen.

Leid und Verhöhnungen

Die Brutalität ihrer Entführer, die Unberechenbarkeit der Situation und die ständige Panik vor dem Tod sind selbst als Zuschauerin kaum auszuhalten. Dessen muss sich bewusst sein, wer Michael Steiners Verfilmung sehen will - es gibt bis kurz vor Schluss kein Aufatmen.

Genau darum geht es dem Regisseur: zu zeigen, welches Leid Widmer und Och durchleben mussten, während sie in den Schweizer Medien mitunter als «die dümmsten Geiseln der Welt» verhöhnt wurden. Dass die beiden nicht nur unter Angst vor Gewalt, sondern auch unter Mangelversorgung und den psychischen Folgen des Eingesperrtseins litten.

Und weil das Drama abgesehen von den ersten paar Filmminuten, vereinzelten Anflügen der Menschlichkeit zwischen den Geiseln und ihren Bewachern sowie zwei eingespielten Züri-West-Songs nicht viele Wohlfühlmomente aufweist, hängt ein Kinobesuch eigentlich nur von einer Frage ab: Will man sich das antun?

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