Die Zustimmung zur «Ehe für alle» ist in der zweiten Umfrage gestiegen. Die 99-Prozent-Initiative wird hingegen deutlicher abgelehnt.
Ehe für alle
Die Vorlage «Ehe für alle» hat in der Schweiz grosse Chancen an der Urne. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • In der zweiten Umfrage stimmen 66 Prozent der Befragten der «Ehe für alle» zu.
  • Die Zustimmung zur 99-Prozent-Initiative hat hingegen abgenommen.
  • Am 26. September stimmt die Schweiz über beide Vorlagen ab.

Die Positionen zu den beiden eidgenössischen Abstimmungsvorlagen vom 26. September festigen sich: In der zweiten Umfrage von 20 Minuten und Tamedia ist die Zustimmung zur Vorlage «Ehe für alle» gestiegen. Die Ablehnung der 99-Prozent-Initiative ist deutlicher geworden. Mittlerweile 55 Prozent der Antwortenden wollen die Initiative der Juso sicher oder eher ablehnen.

99-Prozent-Initiative: Zustimmung auf 40 Prozent gesunken

In der ersten Umfragewelle hatten noch 49 Prozent diese Haltung vertreten. Die Zustimmung ging von 45 Prozent in der ersten Umfrage auf noch 40 Prozent zurück. Fünf Prozent machten keine Angabe zu ihrer Stimmabsicht.

Unterstützt wird die Volksinitiative lediglich im linken Lager. Wählerinnen und Anhänger der anderen Parteien lehnen das Anliegen der Juso deutlich ab.

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Die Jungsozialisten verlangen, dass das reichste Prozent der Bevölkerung zugunsten der weniger verdienenden Bevölkerung stärker besteuert wird. (Archivbild) - Keystone

Die 99-Prozent-Initiative trägt den Titel «Löhne entlasten, Kapital gerecht besteuern». Sie verlangt, dass Kapitaleinkommen wie Zinsen, Mieterträge oder Dividenden eineinhalbmal so stark besteuert werden wie Lohneinkommen. Jährlich soll jedoch ein Freibetrag gelten.

Die Höhe dieses Betrags würde vom Gesetzgeber bestimmt. Die Initianten und Initiantinnen denken an etwa 100'000 Franken. Die Mehreinnahmen sollen dazu verwendet werden, die Einkommenssteuern für Menschen mit tiefen und mittleren Löhnen zu senken. Und Leistungen der sozialen Wohlfahrt zu unterstützen.

66 Prozent unterstützen «Ehe für alle»

Die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare und der Zugang zur Samenspende für verheiratete Frauen-Paare wird von 66 Prozent unterstützt. 33 Prozent gaben an, ein Nein einlegen zu wollen. In der ersten hatten 64 Prozent die Vorlage unterstützt und 35 Prozent sie abgelehnt.

Gleichgeschlechtliche Ehe
Die gleichgeschlechtliche Ehe wurde anerkannt. - AFP

Die Meinungen scheinen bei dieser Vorlage gemacht: Noch ein Prozent der Antwortenden äusserte keine Meinung. Ausser bei der SVP findet die Vorlage bei allen Parteien Zustimmungen. Die deutlichste Zustimmung kommt aus Kreisen von SP und Grünen.

Die Umfrage wurde zwischen de 26. und dem 28. August in Zusammenarbeit mit der Leewas GmbH durchgeführt.

15'583 Antworten wurden gewichtet und einbezogen. Der Stichprobenfehler liegt bei plus/minus 1,2 Prozentpunkten.

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