Über den Dächern von Olten kreisen plötzlich pinke Tauben

Simon Ulrich
Simon Ulrich

Olten,

Knallpinke Flügel machen zwei Tauben in Olten zum Hingucker. Hinter dem skurrilen Anblick steckt laut Fachleuten eine bekannte, aber umstrittene Schutzmethode.

Tauben
Tauben mit grell gefärbten Flügeln sorgen in Olten für Verwunderung. - Facebook/Olten

Das Wichtigste in Kürze

  • Zwei Tauben mit knallpinken Flügeln sorgten in Olten für Aufsehen.
  • Laut Stadt stammen sie von einem privaten Züchter und fliegen frei umher.
  • Die auffällige Farbe ist eine bekannte Markierung aus dem Brieftaubensport.

Der Anblick von Tauben ist für gewöhnlich nicht besonders spektakulär. Man kennt sie meist in Grau, mit etwas schillerndem Hals, wenn die Sonne günstig steht.

Zwei Exemplare, die kürzlich über den Dächern von Olten gesichtet wurden, sind jedoch echte Hingucker. Denn: Ihre Flügel sind knallpink!

«Kein Fake», schreibt die Userin zum Bild – als wolle sie vorsorglich jeden Verdacht ausräumen, hier habe KI nachgeholfen. Der Hinweis ist verständlich: Zu absurd wirkt der Anblick der schrillen Vögel auf den ersten Blick.

Doch es gibt sie wirklich – und sie sind sogar behördenbekannt! «Diese Tauben stammen von einem privaten Züchter und fliegen gerne frei umher», teilt die Stadtkanzlei auf Anfrage mit.

Markierung soll Greifvögel irritieren

Doch was hat es mit den pinken Flügeln nun auf sich?

Wie Christoph Uebersax, Präsident und Ausstellungsleiter von Rassetauben Schweiz, erklärt, handelt es sich um eine bekannte Methode aus dem Brieftaubenbereich. Dort würden einzelne Tiere teils mit greller Farbe markiert, um Greifvögel von Angriffen abzuhalten.

Bist du ein Taubenfreund?

Zur Färbung wird nicht irgendein Spray aus dem Bastelladen verwendet. «Es handelt sich um Markierungsspray, wie er auch in der Landwirtschaft verwendet wird», erklärt Uebersax. «Die Farbe ist für die Tiere unbedenklich.»

Effizienz der Methode ist umstritten

Für Laien könnte die Logik zunächst widersprüchlich wirken. Denn was auffällt, müsste doch eigentlich leichter zur Beute werden.

Uebersax widerspricht: Gerade weil die Farbe unnatürlich sei, solle sie Feinde aus der Luft abschrecken. Oder kurz gesagt: Pink soll nicht anlocken, sondern irritieren.

Ob die Methode tatsächlich viel bringt, ist allerdings nicht eindeutig. Uebersax selbst ist im Bereich der Rassetauben zuhause und nicht spezialisiert auf Brieftauben.

Er sagt aber, in diesen Kreisen würden manche Züchter darauf «schwören». Andere seien skeptischer und glaubten, die Färbung habe höchstens zu Beginn die gewünschte Wirkung. Bis sich die Greifvögel an die auffälligen Tiere gewöhnt hätten.

Kommentare

User #9584 (nicht angemeldet)

Zuerst dachte ich, das sei Conchita Wurst von hinten....

User #9584 (nicht angemeldet)

Sind diese Tauben für den nächsten ESC gezüchtet worden?

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