Über 700 Rassismus-Vorfälle im Jahr 2022 dokumentiert

    Keystone-SDA
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    Bern,

    In der Schweiz wurden im Jahr 2022 insgesamt rund 700 Rassismus-Vorfälle dokumentiert. Die Zunahme um 78 Fälle zeige eine höhere Meldebereitschaft.

    Rassismus
    Weltweit wird aufgrund von Rassismus demonstriert, auch in der Schweiz. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • 2022 sind in der Schweiz über 700 Fälle rassistischer Diskriminierung dokumentiert worden.
    • Die Zunahme um 78 Fälle weist auf eine höhere Meldebereitschaft hin.
    • Die meisten Vorfälle ereigneten sich am Arbeitsplatz oder an Schulen.

    Beim Beratungsnetz für Rassismusopfer sind letztes Jahr 708 Fälle rassistischer Diskriminierung dokumentiert worden. Die Zunahme um 78 Fälle zeige eine erhöhte Bereitschaft der Schweizer Bevölkerung, sich aktiv gegen Rassismus zu engagieren. Dies teilten die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus EKR und humanrights.ch am Sonntag mit.

    Arbeit und Schule betroffen

    Der Arbeitsplatz sei mit 133 Fällen am meisten betroffen, zeige der Auswertungsbericht 2022. Darauf folge mit 116 Fällen der Bildungsbereich. Zum Beispiel würden in Schulen an Toilettentüren rechtsextreme Symbole oder das «N-Wort» eingeritzt. In solchen Fällen suchten teilweise Schulleitungen Unterstützung bei der Beratungsstelle.

    Warst du schon mal Opfer von Diskriminierung?

    Mit dem Begriff N-Wort wird heute eine früher gebräuchliche rassistische Bezeichnung für Schwarze umschrieben.

    Weitere stark betroffene Bereiche seien die Verwaltung mit 96, die Nachbarschaft und das Quartier mit 82. Bei öffentlichen Angeboten von Privaten gab es 67 dokumentierte Vorfällen.

    Schweiz
    In der Schweiz wurden 2022 276 Fälle von Rassismus gegenüber Schwarzen gemeldet. - Keystone

    Anti-Schwarzer-Rassismus mit 276 sowie Ausländer- und Fremdenfeindlichkeit mit 275 Nennungen seien die am häufigsten genannten Diskriminisierungsmotive. Dies habe sich meistens durch Benachteiligung, Beschimpfung und herabwürdigende Behandlung gezeigt.

    Andere Erscheinungsformen von Rassismus träten jedoch ebenfalls häufig auf. So habe das Beratungsnetz auch 47 Fälle von Feindlichkeit gegen Menschen aus dem arabischen Raum verzeichnet. Dazu kommen 44 Meldungen in der Kategorie antimuslimischer Rassismus. Feindlichkeit gegen Menschen aus dem asiatischen Raum weise 40 Meldungen auf.

    Hohe Dunkelziffer

    Die Zahlen des Auswertungsberichts blieben gegenüber den Vorjahren in den verschiedenen Bereichen auf hohem Niveau stabil. Die EKR und humanrights.ch gehen davon aus, dass die Dunkelziffer von rassistischen Vorfällen in der Schweiz auch im Jahr 2022 hoch bleibt.

    Der Bericht zeige mit Fallbeispielen, wie ideologische Einstellungen und oft unbewusste Haltungen sowie unsichtbare Strukturen und Praktiken Menschen auf verschiedenste Weise benachteiligen. Das Beratungsnetz appelliert an Arbeitgebende, Organisationen, Bildungsinstitutionen und Verwaltungsstellen, Gegenmassnahmen zu ergreifen.

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