Thurgau

    Traktorspuren: Unbekannter zerstört Biber-Damm – Mega-Busse droht

    Simon Ulrich
    Simon Ulrich

    Frauenfeld,

    Ein geschützter Biberdamm im Ochsenfurt-Gebiet wurde zerstört – gleich zweimal. Trotz Traktorspuren gibt es keine Hinweise auf die Täter.

    Biber
    Ein Biberdamm im Naturschutzgebiet Ochsenfurt wurde gleich zweimal zerstört. (Symbolbild) - Kreuzlingen

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ein Unbekannter hat einen Biberdamm im Naturschutzgebiet Ochsenfurt zerstört.
    • Die Polizei fand keine Hinweise auf die Täter und stellte die Ermittlungen ein.
    • Naturschützer kritisieren die Tat und verweisen auf legale Lösungen bei Biberschäden.

    Im Thurgauer Naturschutzgebiet Ochsenfurt in Warth-Weiningen hat offenbar jemand gar keine Freude an Bibern. Gleich zweimal wurde deren Damm innert Wochen demoliert.

    Ein Passant beobachtete den Damm seit Herbst und stellte fest, dass er kurz vor Weihnachten zerstört wurde.

    Zunächst vermutete man ein Versehen, doch eine erneute mutwillige Zerstörung mit hinterlassenen Traktorspuren führte zur Anzeige, wie das «Tagblatt» berichtet.

    Die Kantonspolizei Thurgau fand jedoch keine Hinweise auf die Täterschaft und stellte die Ermittlungen ein.

    Neues Gesetz erlaubt Abschuss einzelner Tiere

    Sollte der Täter ermittelt werden, droht ihm eine Busse von bis zu 20’000 Franken, da Biber geschützte Wildtiere sind.

    Philip Taxböck von Pro Natura Thurgau kritisiert die Tat und betont, es gebe klare Abläufe für den Umgang mit Biberschäden.

    Betroffene sollten sich an die kantonale Jagd- und Fischereiverwaltung wenden. Diese könne Massnahmen wie eine Dammverkleinerung oder den Einsatz eines Elektrozauns ergreifen. Schäden durch Biber werden im Kanton Thurgau übernommen.

    Laut Taxböck gibt es im Oberthurgau und in der Region Rorschach etwa 110 Biber.

    Seit Februar 2025 erlaubt das neue Jagdgesetz den Abschuss einzelner Tiere, wenn erheblicher Schaden oder Gefahr für Menschen besteht.

    Bis zum 4. März wurden jedoch keine Biber erlegt. Zudem regelt das neue Gesetz eine teilweise Kostenübernahme durch den Bund für Biberschäden an Wald, landwirtschaftlichen Flächen und Bauten.

    Tierschützer überzeugt: Biber wird Damm erneut errichten

    Biber sind nicht nur Störenfriede, sondern schaffen auch wertvollen Lebensraum für andere Tiere und Pflanzen.

    Laut Michael Vogel von der kantonalen Jagd- und Fischereiverwaltung kommt es im Thurgau jährlich zu drei bis vier gemeldeten Dammzerstörungen.

    Hast du schon einmal einen Biber in freier Wildbahn gesehen?

    Taxböck ist überzeugt, dass die Biber im Ochsenfurt-Gebiet den Damm erneut errichten werden.

    Eine solche Zerstörung könnte jedoch im Mai, wenn Jungtiere geboren werden, verheerende Folgen haben. Der Grund: Ein sinkender Wasserspiegel könnte Raubtiere anlocken.

    Kommentare

    User #4293 (nicht angemeldet)

    Der Biber wurde schon immer bejagt, er zerstört die Lebensgrundlage von Bauern. Man kann schon sagen, ja der fällt mal ein Baum, ein Obstbaum, was solls? Aber ein Obstbaum der über Jahrzehnte wächst liefert Obst, uns hat er einen 30 Jahre alten Obstbaum zerstört, und einen zweiten geschädigt, ja das ist ja nicht so schlimm. Doch ist es diese Sorte findet man nicht mehr häuffig und jeder Baum gibt ein paar 100kg Obst, jedes Jahr. Das ist auch nicht so schlimm, nein für Menschen die ihr Geld jeden Monat auf dem Konto haben, dafür das sie 8 Stunden im Büro hocken und auf dem Nachhauseweg noch im Migros einkaufen ist das nicht schlimm. Wenn nur schon jemand einen Garten mit Blumen hat versteht er die Situation besser. Es gibt Wildtiere, Hirsche, Rehe, Wildschweine, die können in einer Nacht einen Garten locker zerstören, alles abgefressen und ausgegraben. Dazu ist Jagd gut, man muss sie im Schach halten, von ein paar Bibern wurden hunderte, dies ist das Problem. Biber werden gegessen, sie gehören auf den Speiseplan.

    User #1194 (nicht angemeldet)

    Im Bauernkanton Thurgau werden Bauern nie durch die Polizei verfolgt. Egal, was sie tun.

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