Tierrechtsorganisationen zeigen Schweizer Schweinezuchtverband an

Keystone-SDA
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Kriens,

Zwei Tierschutzorganisationen haben wegen mutmasslicher Tierquälerei Strafanzeige gegen die Verantwortlichen des Schweinezuchtverbands Suisseporc eingereicht. Sie kritisieren die stundenlangen Transporte von Schweizer Ferkeln in einen Schlachthof in Süddeutschland.

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Schweine in einem Transporter. (Symbolbild) - keystone

Gemäss einem am Mittwochnachmittag veröffentlichten Onlinebericht der Tamedia-Zeitungen werden seit Anfang Juni wöchentlich rund 900 Schweizer Ferkel nach Stuttgart gefahren und dort geschlachtet. Der Transport dauert laut Bericht bis zu zehn Stunden, wie die Tierrechtsorganisationen «Tier im Recht» und «Tier im Fokus» mitteilten.

Laut den Organisationen wäre der lange Weg jedoch vermeidbar gewesen. So hätte laut Recherchen des Schweizer Radio und Fernsehens (SRF) der Schlachthof Zürich Kapazitäten für die Schlachtungen gehabt, wurde jedoch nicht angefragt, wie es hiess.

Die beiden Tierschutzorganisationen haben die Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Sursee eingereicht. Deren Mediensprecher Simon Kopp bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA den Eingang der Anzeige. Die Tierschutzorganisationen berufen sich laut Artikel auf ein Bundesgerichtsurteil aus dem Jahr 2024. Dieses besagt, dass rein betriebswirtschaftliche Interessen tierschutzrelevante Belastungen nicht rechtfertigen.

Suisseporc-Geschäftsführer Stefan Müller sagte auf Anfrage, die Transporte dienten dazu, die Ställe in der Schweiz «zu entlasten» und das «Tierwohl zu erhalten.» Sie seien vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) sowie den Kantonen bewilligt worden. Die Ferkel seien in Speziallastwagen transportiert worden, die über Klimaanlagen, ein Lichtprogramm und Trinkwasser verfügten. Die Tiere hätten sich darin wie in einem Stall gefühlt, sagte Müller. Er habe Videos der Transporte gesichtet. «Es war keine Hektik vorhanden.»

Mit den frühen Schlachtungen will Suisseporc aus Sempach LU eine Überproduktion auf dem Schweizer Markt abbauen. Im Mai dieses Jahres lag das Angebot wöchentlich um rund 3000 bis 4000 Schweine über der Nachfrage, worauf die Produzentenpreise fielen, wie es weiter hiess. Auf Anfrage von Keystone-SDA sagte Stefan Müller, die Lage sei aktuell «entspannt» und weniger angespannt als noch im Frühjahr.

Weiter sagte Müller, Suisseporcs werde die Anzeige, die «noch nicht auf dem Tisch ist», prüfen und zu gegebener Zeit weiter informieren.

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Kommentare

User #3541 (nicht angemeldet)

Die armen Schweine.

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