Swissport-Chef macht Regierungen für Koffer-Chaos verantwortlich

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Zürich,

    Laut Swissport-Chef Brady sind die Regierungen und deren Corona-Massnahmen für das Koffer-Chaos verantwortlich. Man musste Personal abbauen, dass jetzt fehle.

    Gepäck Koffer
    Wegen des Lärms verbietet Dubrovnik jedoch Rollkoffer in der Altstadt. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Swissport-Chef Brady gibt den Regierungen die Schuld am Koffer-Chaos.
    • Er kritisiert die unkoordinierten Corona-Massnahmen.
    • Deswegen habe man Stellen abbauen müssen und jetzt fehle Personal.

    Der Chef des Bodenabfertigers Swissport hat die Regierungen in Europa für das Koffer-Chaos an Flughäfen verantwortlich gemacht. Die Politik habe die Industrie in der Pandemie mit Reiserestriktionen fast zugrunde gehen lassen, sagte Warwick Brady in einem Interview.

    «Schuld sind in erster Linie die Regierungen mit ihren erfundenen, politischen Wissenschaften», sagte Brady der «Schweiz am Wochenende» (Samstagausgabe). Die Pandemie sei schrecklich gewesen, aber es habe keine wissenschaftlichen Beweise gegeben, dass die unter den Ländern unkoordinierten Restriktionen die Verbreitung von Covid signifikant gestoppt hätten. Die Ausbreitung von neuen Virus-Mutationen habe sich «bloss um ein paar wenige Wochen» verzögert.

    Swissport CEO Brady
    Warwick Brady ist seit Mai 2021 CEO von Swissport. - Swissport

    Nun zeigten sich die Folgen von zwei Jahren Pandemie, in der die Luftfahrtindustrie an den Rand des Kollapses gedrängt worden sei, sagte der Südafrikaner weiter. Die Reisenachfrage steige rasant. «Doch nach dem massiven und damals absolut nötigen Stellenabbau fehlt jetzt überall Personal.»

    Swissport-Chef: Gibt physische Gewalt wegen Koffer-Chaos'

    Angesichts des Koffer-Chaos' und teils unterschiedlicher Reiseregeln lagen jüngst die Nerven bei gewissen Passagieren blank, und einige liessen ihren Frust am Bodenpersonal ab. «Es ist schlimm, es gibt Fälle von physischer Gewalt», sagte der Swissport-Chef. «Manche Passagiere folgen unseren Angestellten bis in den Pausenraum und belästigen sie dort. Solches Verhalten akzeptieren wir nicht.»

    Swissport
    Ein Angestellter des Bodenabfertigers Swissport am Flughafen Zürich. Es werden Live-Tests mit dem autonomen Fahrzeug von Aurrigo durchgeführt. (Archivbild/Symbolbild) - Keystone

    Auch beim Bodenabfertiger selber ist die Stimmung gedrückt. Für Samstagmorgen planen dutzende Swissport-Mitarbeitende am Hauptsitz in Zürich eine Protestaktion. Sie verlangen einen neuen Gesamtarbeitsvertrag, wie er vor der Corona-Krise gültig war. Wegen der Pandemie nahmen die Angestellten Lohneinbussen und längere Arbeitszeiten in Kauf, und sie verzichteten auf Ferien- und Frei-Tage.

    Der Swissport-Manager äusserte sich im Interview zuversichtlich für eine Lösung. «Ich bin überzeugt, dass wir am Schluss eine Lösung am Verhandlungstisch finden.» Bis Ende Jahr herrsche eine Friedenspflicht, Streiks seien bis dahin nicht möglich.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Flughafen Zürich Gepäck
    156 Interaktionen
    Flug-Chaos
    98 Interaktionen
    Viele Krank
    Flughafen Zürich Swissport
    19 Interaktionen
    Swissport-Frust

    MEHR AUS STADT ZüRICH

    Zürich
    Zürich
    So hält die Stadt Zürich Senioren fit
    13 Interaktionen
    Gesundheits-Parcours