Studie zeigt: Eigenheime sind zu teuer – Nachfrage bricht ein
Eigenheim? Für viele Schweizer längst unbezahlbar. Jetzt kippt auch das Kaufinteresse – immer weniger können und wollen sich Haus oder Wohnung noch leisten.

Das Wichtigste in Kürze
- Immer weniger Schweizer können und wollen sich ein Eigenheim leisten – das Kaufinteresse sinkt.
- Weil es zu wenig Wohnungen und Häuser gibt, dürften die Preise aber vorerst weiter klettern.
- Wohnungen bleiben länger auf dem Markt und der starke Preisanstieg scheint seinen Höhepunkt erreicht zu haben.
Der Traum vom Eigenheim platzt für immer mehr Schweizerinnen und Schweizer. Die Preise für Häuser und Eigentumswohnungen kennen seit Jahren fast nur eine Richtung: Nach oben.
Doch bislang liess das den Markt kalt. Es fanden sich immer noch genügend Käuferinnen und Käufer, die sich die happigen Preise leisten konnten.
Jetzt zeigen sich jedoch erste Risse.
Die neue Studie der Raiffeisen Bank «Immobilien Schweiz Q3 2026» zeigt: Das Kaufinteresse am Eigenheimmarkt beginnt zu bröckeln.
Fredy Hasenmaile, Chefökonom von Raiffeisen Schweiz, sagt: «Die Nachfrage wächst langsamer, Vermarktungszeiten verlängern sich und die Zahl der finanzierten Transaktionen ist zuletzt leicht zurückgegangen.»
Heisst das: Endlich fallen die Preise? Fehlanzeige!
Preise steigen weiter
Denn obwohl immer weniger Menschen zuschlagen, dürften die Preise vorerst weiter steigen. Hasenmaile sagt: «Zwar dürfte das knappe Angebot die Preise weiterhin anheben. Vieles deutet jedoch darauf hin, dass die stärkste Phase des Preiswachstums im Eigenheimmarkt hinter uns liegt.»
Kurz gesagt: Das Eigenheim wird den Schweizern zu teuer – aber die Preise sinken trotzdem nicht.
Besonders brisant: Selbst wer auf finanzielle Hilfe aus der Familie zählen kann, hat es zunehmend schwer. In der Studie heisst es: «Selbst mit finanzieller Unterstützung durch die vorangegangenen Generationen ist der Kauf eines geeigneten Objektes nur noch einer Minderheit vorbehalten.»
Suchabos gehen zurück
Und die ersten Bremsspuren sind bereits sichtbar.
Trotz der vergleichsweise tiefen Zinsen hat sich der Anstieg der Suchabos für Eigentumsobjekte seit Anfang 2025 abgeschwächt. Im vergangenen Quartal ging die Zahl sogar leicht zurück.
Auch die angebotenen Wohnungen und Häuser bleiben länger auf dem Markt.
Seit Mitte 2022 steigt die Vermarktungszeit kontinuierlich. «Anfang 2026 mussten Eigentumswohnungen beispielsweise im Schnitt 70 Tage online ausgeschrieben werden, um einen Käufer zu finden.» Das sind rund drei Tage mehr als noch ein Jahr zuvor.
Laut der Studie ist das ein klares Zeichen: Immobilien bleiben trotz des knappen Angebots länger auf dem Markt. Vieles spricht dafür, dass immer weniger Haushalte kaufen wollen und es sich gleichzeitig leisten können.
















