Schwyz

    Strafverfahren gegen Schwyzer Käserei eröffnet

    Die Staatsanwaltschaft Innerschwyz eröffnet ein Strafverfahren gegen eine Schwyzer Käserei. Zehn Menschen sollen an Listerien-verseuchtem Käse gestorben sein.

    käse
    Käselaibe werden gelagert. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Gegen eine Schwyzer Käserei wurde ein Strafverfahren eröffnet.
    • Dabei geht es um einen Listerienbefall in den Produkten.
    • Untersucht wird wegen Verdachts auf mehrfache fahrlässige Tötung.
    • Die Vorwürfe seien unbewiesen, sagt der Anwalt des Käsers.

    Die Staatsanwaltschaft Innerschwyz hat gegen die mittlerweile geschlossene Käserei Vogel in Steinerberg SZ ein Strafverfahren eröffnet. Dabei geht es um einen Listerienbefall in deren Produkten. Wegen diesem Befall starben mutmasslich zehn Menschen, wie die Staatsanwaltschaft heute mitteilt.

    käserei vogel
    Gegen die mittlerweile geschlossene Käserei im Kanton Schwyt läuft ein Strafverfahren. - Archiv

    Die Staatsanwaltschaft untersucht den Verdacht auf mehrfache fahrlässige Tötung. Auch fahrlässige Körperverletzung sowie Widerhandlung gegen das Lebensmittelgesetz ist Teil des Verdachts.

    Zehn Tote wegen Listerienbefall

    Gemäss Strafanzeige sind seit 2018 mutmasslich 34 Erkrankungen auf den Listerien-Stamm zurückzuführen. Dieser Stamm konnte im Brie der Käserei nachgewiesen werden. Unglaublich: Zehn der 34 Erkrankten sind gemäss Anzeige verstorben.

    Deshalb wurde nun ein Strafverfahren gegen den Inhaber der Käserei eröffnet. Es wird untersucht, ob der Betriebsinhaber verantwortlich ist für die Erkrankungen und gegen das Lebensmittelgesetz verstossen hat.

    Anwalt: «Vorwürfe unbewiesen»

    Der betroffene Käser will sich gegenüber Nau.ch nicht äussern. Seine Frau verweist auf den Anwalt der Familie, Reto Rickenbacher.

    «Es gilt die Unschuldsvermutung», sagt dieser auf Anfrage. «Es handelt sich um ein laufendes Verfahren, das noch ganz am Anfang steht. Die Vorwürfe sind unbewiesen und müssen jetzt abgeklärt werden.»

    Ein Toter im Wallis

    Im letzten Mai war publik geworden, dass sich vier Spitalpatienten im Wallis mit Listerien infiziert hatten, nachdem sie vom besagten Käse gegessen hatten. Einer von ihnen, der an einer schweren Krebserkrankung litt, starb an den Folgen der Infektionskrankheit.

    Die Staatsanwaltschaft klärt den Sachverhalt gemeinsam mit der Kantonspolizei Schwyz.

    Was ist Listeriose?

    Listeriose ist eine durch Bakterien der Gattung Listeria verursachte Infektionskrankheit bei Tieren und Menschen. Vor allem Menschen mit Vorerkrankungen, geschwächtem Immunsystem, Schwangere oder ältere Personen erkranken daran.

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