Jungstörchen machen Plastik und Müll das Leben schwer. Die Tiere verheddern sich im Abfall. Damit soll bald aber Schluss sein.
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Viele Jungstörche sterben, weil sie mit Gummibändern gefüttert werden. (Themenbild) - sda - KEYSTONE/STEFFEN SCHMIDT

Das Wichtigste in Kürze

  • Plastik und Müll werden von Altvögeln den Jungvögeln gebracht.
  • Der Abfall stellt für die Tiere eine Gefahr dar.
  • Mit Hilfe der Bevölkerung soll dies in Zukunft nicht mehr so sein.

Frisch geschlüpften Jungstörchen machen Kälte und Nässe zu schaffen. Aber auch von den Altvögeln hergebrachtes «Plastik-Futter» stellt eine Gefahr für sie dar: Sie verschlingen das vermeintliche Futter und verhungern mit vollem Magen.

In einer Untersuchung in den neunziger Jahren stellte der Tierarzt Jürg Völlm in 37 Prozent von toten Nestlingen Fremdkörper, vor allem Plastik, im Kropf und Magen fest.

Müllmonitoring mit Hilfe der Bevölkerung

Das Problem: Die Tiere halten die von Altvögeln ins Nest gebrachten Gummiringe für Regenwürmer. Beobachtungen von Storch Schweiz zeigten, dass sich das Problem in den letzten Jahren verschärft habe, hiess es auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Auch verheddern sich die Jungstörche in Schnüren, Garnen oder Kunststoffbändern, die als Nistmaterial im Horst dienen. Im letzten Jahr hätten Nestlinge eingeschläfert werden müssen, weil sie durch die Einschnürungen so geschwächt waren, so Storch Schweiz.

Um dem Plastikproblem entgegenzuwirken, will die Gesellschaft für den Schutz der Störche gemeinsam mit der Vogelwarte Sempach ein Müllmonitoring mit Hilfe der Bevölkerung etablieren. Passantinnen und Passanten sollen Storch Schweiz informieren, wenn sich in der Nähe eines Horsts «irgendwelcher Unrat» befinde.

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