Ferienwohnungen in den Schweizer Bergen werden immer teurer – ein Ende des Anstiegs steht derzeit nicht in Aussicht.
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Ferienwohnungen mit dem Piz Terri im Hintergrund. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Preise für Schweizer Ferienwohnungen sind stark gestiegen.
  • Käufer mussten 2021 in allen Regionen tiefer in die Tasche greifen.

Die Preise für Ferienwohnungen in den Bergen haben im vergangenen Jahr stark angezogen. Begünstigt wurde diese Entwicklung durch die coronabedingt höhere Nachfrage und eine Verknappung des Angebots wegen des Baustopps für Zweitwohnungen.

Im Durchschnitt sind Ferienwohnungen in den Alpen im Jahr 2021 um 10 Prozent teurer geworden, heisst es in einer Studie der UBS vom Dienstag. Das sei der stärkste Anstieg seit 2008. Dabei mussten Käufer in allen Regionen tiefer in die Tasche greifen.

Der teuerste Ort in den Alpen bleibt gemäss der Erhebung St. Moritz im Engadin. Für eine Ferienwohnung im gehobenen Standard muss man dort derzeit 19'500 Franken pro Quadratmeter bezahlen – das sind fast 11 Prozent mehr als im Vorjahr.

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Ferienhäuser und Ferienwohnungen sind derzeit sehr gefragt. - Pixabay

Dahinter folgen Gstaad mit 17'000 Franken (+5%) und auf Platz drei die Jungfrau-Region, wo die Quadratmeterpreise innert Jahresfrist mit einem Plus von 16 Prozent auf 15'900 Franken überdurchschnittlich gestiegen sind.

Verteuerungen von über 15 Prozent wurden auch in Arosa, Engelberg und Flims/Laax verzeichnet. Am anderen Ende der Skala legten die Feriendomizile in Adelboden/Lenk nur um knapp 1 Prozent zu.

Wohnungen im Wallis am günstigsten

Am günstigsten sind die Wohnungen laut Studie in den Walliser Orten Evolène und Leukerbad, mit jeweils knapp 6000 Franken pro Quadratmeter.

Die Studienautoren führen die steigende Nachfrage nach Schweizer Ferienimmobilien zum einen auf die Corona-Pandemie zurück. So hätten die Reisebeschränkungen und die Homeoffice-Pflicht einen «grossen Ansturm» auf Ferienwohnungen ausgelöst, so die UBS. Die Entkoppelung zwischen Arbeits- und Wohnort habe auch dazu geführt, dass sich viele Haushalte für einen Erstwohnsitz in den Bergen entschieden haben.

Zum anderen habe der «De-facto-Baustopp» aufgrund des Zweitwohnungsgesetzes in den touristischen Regionen das Angebot an verfügbaren Ferienwohnungen eingeschränkt. Gemessen am Bestand seien dort nur rund 0,25 Prozent zum Bau bewilligt worden, was einem langjährigen Tiefstwert entspreche, heisst es. Zudem hätten vor allem Erstwohnungen eine Baubewilligung erhalten.

Preise sollen weiter steigen

Auch im laufenden Jahr dürften die Preise weiter steigen, allerdings etwas langsamer als noch im Vorjahr. So rechnen die Experten für 2022 im Durchschnitt mit einem Anstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich. Je höher das Preisniveau, desto kleiner werde auch die Gruppe, die sich eine Ferienwohnung leisten könne.

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Hinzu komme, dass einige Eigentümer mit Blick auf die aktuelle «Preis-Hausse» ihre Wohnungen verkaufen wollen, was wiederum das Angebot erhöht. Auch die höheren Zinsen und gestiegenen Unterhaltskosten dürften viele Besitzer zu einem Verkauf bewegen, so die Autoren der Studie.

So lägen die gesamten Nutzungskosten einer durchschnittlichen Ferienwohnung mittlerweile gut ein Drittel höher als noch vor Beginn des Zweitwohnungsbooms im Jahr 2020.

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