St. Gallen will Sicherheit bei Sportevents erhöhen
Der Kanton St. Gallen will die Sicherheit bei Sportveranstaltungen mit zusätzlichen Massnahmen wie Videoüberwachung erhöhen.

Kantons- und Stadtpolizei St. Gallen arbeiten in diesem Bereich eng zusammen, wie die Regierung in Beantwortung einer überparteilichen Einfachen Anfrage im Kantonsrat erklärt.
Nebst der aktiven Polizeiarbeit vor Ort werden mit der präventiven Polizeiarbeit spezielle Szenenkenner eingesetzt, die mit den Fans mitreisen und vor sowie im Stadion mit den Fans in Kontakt stehen.
Mitverantwortung der Vereine
Die Regierung weist aber auch darauf hin, dass die Sportvereine eine Mitverantwortung tragen.

Der Vorsteher des Sicherheits- und Justizdepartements hat nach den Ausschreitungen vom 13. Dezember 2025 klargestellt, dass es auch dem FC St. Gallen obliege, diese Art von Fankultur nicht zu dulden und zu unterbinden. In die Pflicht zu nehmen sei auch der politische Beirat des FC St. Gallen.
Hohe Polizeikosten
Zur Frage nach den Kosten erwähnt die Regierung, dass in den Jahren 2023 bis 2025 in der Arena insgesamt 71 Fussballspiele stattfanden. Dafür fielen bei der Stadt- und Kantonspolizei 37’573 Arbeitsstunden an, gesamtkantonal waren es 49’954.
Damit fallen 2023 bis 2025 Kosten von 1,6 Millionen Franken an, rund 530’000 Franken pro Jahr. Beim Einsatz der Stadtpolizei entstanden in dieser Zeitspanne Kosten von 2,7 Millionen Franken, 900’000 Franken pro Jahr.
Die Stadtpolizei verrechnet den Veranstaltern den 200 Polizeistunden übersteigenden Aufwand zu hundert Prozent.
Konsequente Täterverfolgung
Der Fokus liegt gemäss Regierung weiterhin auf konsequenter Täterverfolgung zusammen mit der Staatsanwaltschaft.
Geprüft wird auch eine Videoüberwachung aller relevanten Stadionsektoren und Fanmärsche. Ausserdem werden weitere bauliche Sicherheitsmassnahmen evaluiert.

Durch verbesserte Trennsysteme können Konflikte entschärft werden. Überdies wird die Erteilung von Einzelbewilligungen für Spiele mit erhöhtem Sicherheitsrisiko geprüft.
Dadurch können Auflagen gezielt an das Risikoprofil des jeweiligen Spiels angepasst werden. Zusätzlich prüft die Stadt St. Gallen derzeit die Einsetzung einer Sonderkommission «Gewalt im Umfeld von Sportveranstaltungen» unter Einbezug der Kantonspolizei.
Diese könnte zu einer Taskforce «Fangewalt» unter Einbezug weiterer Stellen ausgebaut werden. Sollten weiterhin trotz Auflagen schwere Vorfälle erfolgen, wäre die finanzielle Unterstützung der Fanarbeit des FC St. Gallen durch den Lotteriefonds erneut zu prüfen.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in den «St. Galler Nachrichten» erschienen.








