St. Gallen: Gibt es bald Mutterschaftsurlaub schon vor der Geburt?
Eine St. Galler Fraktion fordert einen Mutterschaftsurlaub vor der Geburt. Drei Wochen vor dem Termin sollen städtische Mitarbeiterinnen zuhause bleiben können.

Das Wichtigste in Kürze
- Viele schwangere Arbeitnehmerinnen sind in den letzten Wochen vor der Geburt krankgeschrieben.
- In St. Gallen wird deshalb ein bezahlter vorgeburtlicher Mutterschaftsurlaub für städtische Mitarbeiterinnen gefordert.
- Drei Wochen vor dem errechneten Termin sollen Schwangere künftig zu Hause bleiben können.
Eine Fraktion in St. Gallen fordert in ihrem Vorstoss einen bezahlten vorgeburtlichen Mutterschaftsurlaub für städtische Mitarbeiterinnen.
Gemäss geltendem Bundesrecht haben erwerbstätige Mütter ab dem Tag der Geburt Anspruch auf 14 Wochen bezahlten Mutterschaftsurlaub. Ein bezahlter Urlaub vor der Geburt ist hingegen nicht vorgesehen.

In der Praxis zeige sich jedoch, dass viele schwangere Arbeitnehmerinnen in den letzten Wochen vor der Geburt aus gesundheitlichen Gründen krankgeschrieben würden. Die Fraktion sieht deshalb Handlungsbedarf bei der Stadt St. Gallen.
Winterthur als Vorbild
Die Fraktion verweist darauf, dass verschiedene Städte und Kantone diese Situation erkannt und erste Schritte unternommen hätten.
So habe die Stadt Winterthur im vergangenen Jahr beschlossen, ihren städtischen Mitarbeiterinnen künftig drei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin einen bezahlten vorgeburtlichen Mutterschaftsurlaub zu gewähren.

Hintergrund sei, dass in Winterthur rund 80 Prozent der schwangeren Angestellten in den letzten Wochen vor der Geburt krankgeschrieben gewesen seien. Mit dem vorgeburtlichen Mutterschaftsurlaub soll diese Situation künftig anders geregelt werden.
Auch die Stadt Zürich plant derzeit eine ähnliche Regelung.
Als attraktive Arbeitgeberin positionieren
Die Fraktion argumentiert, eine entsprechende Regelung wäre mit geringen Mehrkosten verbunden und würde ein Zeichen für eine moderne und familienfreundliche Personalpolitik setzen.
Die Stadt St. Gallen könnte sich damit als attraktive Arbeitgeberin positionieren.
Nach Ansicht der Fraktion hätte ein bezahlter Urlaub vor der Geburt weitere Vorteile.
Die Planungssicherheit der Stadtverwaltung würde erhöht, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gefördert und die Gesundheit der Mitarbeitenden unterstützt. Gleichzeitig könnten unnötige Krankheitsausfälle reduziert werden.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in den «St. Galler Nachrichten» erschienen.








