St. Gallen: Gibt es bald Mutterschaftsurlaub schon vor der Geburt?

Franz Welte
Franz Welte

Stadt St. Gallen,

Eine St. Galler Fraktion fordert einen Mutterschaftsurlaub vor der Geburt. Drei Wochen vor dem Termin sollen städtische Mitarbeiterinnen zuhause bleiben können.

Schwanger
Für städtische Mitarbeiterinnen in St. Gallen soll künftig auch vor der Geburt ein bezahlter Urlaub möglich sein. (Symbolbild) - depositphotos

Das Wichtigste in Kürze

  • Viele schwangere Arbeitnehmerinnen sind in den letzten Wochen vor der Geburt krankgeschrieben.
  • In St. Gallen wird deshalb ein bezahlter vorgeburtlicher Mutterschaftsurlaub für städtische Mitarbeiterinnen gefordert.
  • Drei Wochen vor dem errechneten Termin sollen Schwangere künftig zu Hause bleiben können.

Eine Fraktion in St. Gallen fordert in ihrem Vorstoss einen bezahlten vorgeburtlichen Mutterschaftsurlaub für städtische Mitarbeiterinnen.

Gemäss geltendem Bundesrecht haben erwerbstätige Mütter ab dem Tag der Geburt Anspruch auf 14 Wochen bezahlten Mutterschaftsurlaub. Ein bezahlter Urlaub vor der Geburt ist hingegen nicht vorgesehen.

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In der Praxis zeige sich, dass viele schwangere Arbeitnehmerinnen in den letzten Wochen vor der Geburt aus gesundheitlichen Gründen krankgeschrieben würden. (Symbolbild) - depositphotos

In der Praxis zeige sich jedoch, dass viele schwangere Arbeitnehmerinnen in den letzten Wochen vor der Geburt aus gesundheitlichen Gründen krankgeschrieben würden. Die Fraktion sieht deshalb Handlungsbedarf bei der Stadt St. Gallen.

Winterthur als Vorbild

Die Fraktion verweist darauf, dass verschiedene Städte und Kantone diese Situation erkannt und erste Schritte unternommen hätten.

So habe die Stadt Winterthur im vergangenen Jahr beschlossen, ihren städtischen Mitarbeiterinnen künftig drei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin einen bezahlten vorgeburtlichen Mutterschaftsurlaub zu gewähren.

Familie
Mit einer neuen Mutterschaftsurlaub-Regelung könnte sich die Stadt St. Gallen als attraktive Arbeitgeberin positionieren. (Symbolbild) - depositphotos

Hintergrund sei, dass in Winterthur rund 80 Prozent der schwangeren Angestellten in den letzten Wochen vor der Geburt krankgeschrieben gewesen seien. Mit dem vorgeburtlichen Mutterschaftsurlaub soll diese Situation künftig anders geregelt werden.

Auch die Stadt Zürich plant derzeit eine ähnliche Regelung.

Als attraktive Arbeitgeberin positionieren

Die Fraktion argumentiert, eine entsprechende Regelung wäre mit geringen Mehrkosten verbunden und würde ein Zeichen für eine moderne und familienfreundliche Personalpolitik setzen.

Die Stadt St. Gallen könnte sich damit als attraktive Arbeitgeberin positionieren.

Bezahlter Mutterschaftsurlaub vor der Geburt: Eine gute Idee?

Nach Ansicht der Fraktion hätte ein bezahlter Urlaub vor der Geburt weitere Vorteile.

Die Planungssicherheit der Stadtverwaltung würde erhöht, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gefördert und die Gesundheit der Mitarbeitenden unterstützt. Gleichzeitig könnten unnötige Krankheitsausfälle reduziert werden.

Hinweis

Dieser Artikel ist zuerst in den «St. Galler Nachrichten» erschienen.

Kommentare

User #4640 (nicht angemeldet)

bei Frühgeburten bitte 4 Wochen rückwirkend aber das ÖV um 50% erhöhen, dann gibt es rotgrünen Ausgleich!

User #4861 (nicht angemeldet)

Und wieder. Fordern. Zahlen können die Anderen. Eine SP Idee

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