St. Gallen: Bienen auf Hotel-Dach produzieren Honig für Gäste

    Seit diesem Frühjahr werden auf dem Dach des Hotels «Einstein» eigene Bienen gezüchtet und produzieren dort Honig für das Frühstücksbuffet.

    Michael Vogt
    Hoteldirektor Michael Vogt ist ein grosser Bienenfreund und freut sich über die gelungene Zucht auf dem Hoteldach. - Astrid Nakhostin

    Auf dem Dach des Einstein-Kongressgebäudes herrscht seit diesem Frühjahr reger Flugbetrieb. Drei Bienenvölker haben dort ihr neues Zuhause bezogen – und erfüllen gleichzeitig einen lang gehegten Wunsch von Hoteldirektor Michael Vogt.

    Die Idee eines eigenen Hotelhonigs beschäftigt ihn schon seit einiger Zeit. Angeregt durch ähnliche Projekte anderer Betriebe entschied er sich schliesslich, den Schritt zu wagen. «Wir brauchen für das Frühstücksbuffet viel Honig. Etwas Eigenes zu haben, das direkt aus unserem Haus kommt, fand ich eine schöne Vorstellung.»

    Betreuung durch Imkerin

    Da die Betreuung von Bienenvölkern viel Fachwissen erfordert, machte sich Vogt auf die Suche nach einer geeigneten Imkerin. Fündig wurde er schliesslich in Herisau. Sie brachte die drei Bienenvölker nach St. Gallen, betreut diese seither regelmässig und sorgt dafür, dass es den Tieren gut geht.

    honig st gallen
    Der hauseigene Honig trägt den Namen «Rooftop Honey» und wird den Gästen am Frühstücksbuffet angeboten. (Symbolbild) - keystone

    Die ersten Ergebnisse können sich bereits sehen lassen. Obwohl die Bienen erst seit März auf dem Dach leben, konnte bereits eine erste Honigernte eingefahren werden. Rund 20 Kilogramm Honig wurden bisher geschleudert. Langfristig rechnet Vogt mit einem Jahresertrag von bis zu 60 Kilogramm.

    Der hauseigene Honig trägt den Namen «Rooftop Honey» und wird den Gästen am Frühstücksbuffet angeboten. Dort informiert ein Aufsteller über die besondere Herkunft des Produkts. Darüber hinaus wird der Honig auch in kleinen Gläsern als exklusives Giveaway für Geschäftspartner, Kongresskunden und besondere Gäste eingesetzt.

    Die Bienenvölker befinden sich auf dem Dach des Kongressgebäudes und damit ausreichend entfernt von den Hotelzimmern. Beschwerden oder Probleme habe es bislang keine gegeben.

    Im Gegenteil: Städte gelten heute als überraschend gute Lebensräume für Bienen, da sie häufig über ein vielfältiges Angebot an Blütenpflanzen verfügen. Auch «die Stadt im grünen Ring» bietet den fleissigen Insekten genügend Nahrung.

    Nachhaltigkeitsengagement

    Für Michael Vogt ist das Projekt mehr als nur eine Quelle für Frühstückshonig. Es ist ein sichtbares Zeichen für das Nachhaltigkeitsengagement des Hotels. Das Hotel Einstein ist unter anderem mit dem Nachhaltigkeitslabel «Green Key» zertifiziert und setzt laufend neue Projekte um.

    Sollten Bienen besser geschützt werden?

    Ausserdem gehörtes zu den «Bees & Friends» Hotels von Schweiz Tourismus. Die Bienen auf dem Dach verbinden dabei ökologische Verantwortung mit einem authentischen Erlebnis für die Gäste. Viel Platz für weitere Bienenvölker gibt es allerdings nicht.

    Die drei bestehenden Völker schöpfen die Möglichkeiten der Dachfläche bereits weitgehend aus. Doch für Michael Vogt ist damit das Ziel erfüllt: genug Honig für das Hotel – direkt von den eigenen Bienen, hoch über den Dächern von St. Gallen.

    Hinweis

    Dieser Artikel ist zuerst in den «St. Galler Nachrichten» erschienen.

    Kommentare

    User #4281 (nicht angemeldet)

    Naturfeindliches Greenwashing vom allerfeinsten. Honigbienen sind AusNutztiere und verdrängen die massivst unter Druck stehenden und vom Aussterben bedrohte WILDBIENEN und andere Tiere, welche Blütennektar brauchen. Natürliche Bienen und Tiere finden in der ausgeräumten Kulturlandschaft von heute, wo immer überall alles abgemäht und zurückgeschnitten wird, kaum mehr Nahrung. Durch die vielen Honigbienen, welche Menschen aus purem Eigennutzen ausbeuten, konkurrieren die wilden Bestäuber und Tiere auch noch mit den Honigbienen. Also schädlich für die Natur, die Tiere und das Ökosystem. Gut fürs Greenwashing und den eigenen Profit. Klassisch Mensch.

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