Gericht

    Spiess-Hegglin kämpft vor Gericht gegen Ringier um Gewinnherausgabe

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Region Zug,

    Jolanda Spiess-Hegglin fordert von Ringier 350'000 Franken. Diesen Betrag soll der Medien-Konzern mit Berichten über sie eingenommen haben.

    jolanda spiess-hegglin
    Die Netzaktivistin Jolanda Spiess-Hegglin kämpft vor dem Zuger Kantonsgericht gegen den Medienkonzern Ringier. (Archivbild) - sda-keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Jolanda Spiess-Hegglin und Ringier treffen sich heute Mittwoch wieder vor Gericht.
    • Die ehemalige Politikerin will den Gewinn, den Blick mit Berichten über sie erzielt hat.
    • Die geforderten 350'000 Franken seien zu viel, 45'000 seien eher angemessen, so Ringier.

    Die ehemalige Zuger Kantonsrätin Jolanda Spiess-Hegglin und das Medienhaus Ringier treffen sich heute Mittwoch vor dem Zuger Kantonsgericht. Beim Prozess fordert Spiess-Hegglin von Ringier die Herausgabe des Gewinns, den der Konzern mit Artikeln über sie erzielt hat.

    Im Zentrum stehen fünf Artikel, die in Print- und Online-Titeln von Ringier im Nachgang der Zuger Landammannfeier von 2014 erschienen sind.

    buch michele binswanger
    Jolanda Spiess-Hegglin ist Teil der Zuger Landamman-Affäre und kämpft seit Jahren gegen die Veröffentlichung des Buches. - Keystone

    Was bei der Feier zwischen Spiess-Hegglin und Kantonsrat Markus Hürlimann genau passiert war, wurde juristisch nie aufgeklärt. Mit den genannten Artikeln seien aber die Persönlichkeitsrechte von Spiess-Hegglin verletzt worden, heisst es in der Klageschrift, die der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vorliegt.

    Ringier sei daher zu verpflichten, Spiess-Hegglin den Gewinn herauszugeben, den das Unternehmen mit den besagten Artikeln erzielt habe. Sie habe einen Anspruch darauf. Ringier beantragt in einem Schreiben ans Gericht, die Klage vollumfänglich abzuweisen.

    Gericht: Blick hat gegen Persönlichkeitsrechte verstossen

    Das Zuger Obergericht hatte 2020 in zweiter Instanz entschieden, dass der «Blick» mit der Berichterstattung die Persönlichkeitsrechte der Ex-Politikerin verletzt hat. Mit der Nennung ihres Namens und der Publikation eines Fotos habe die Zeitung «in schwerwiegender Weise» in Spiess-Hegglins Intimsphäre eingegriffen.

    Um den tatsächlichen Gewinn zu eruieren, fordert Spiess-Hegglin von Ringier vor Gericht Angaben etwa zu Klicks auf Online-Artikel, Werbeeinblendungen oder Einzelverkäufen. Gemäss Spiess-Hegglins Anwältin führten die fünf Artikel zu einem Erlös von rund 350'000 Franken.

    Dies ist laut Ringier «viel zu hoch». Der Feststellungsanspruch sei wenn überhaupt mit 40'000 bis maximal 45'000 Franken angemessen bewertet. Alle prozessgegenständlichen Artikel seien vor Prozesseinleitung online längst gelöscht worden. Ringier-CEO Marc Walder hatte sich nach dem Obergerichts-Urteil 2020 bei Spiess-Hegglin öffentlich entschuldigt.

    Mehr zum Thema:

    Weiterlesen

    1 Interaktionen
    Zug
    buch michele binswanger
    108 Interaktionen
    Twitter-Eklat
    jolanda spiess hegglin
    22 Interaktionen
    Zivilklage
    Schweizer Technologie
    52 Interaktionen
    Schweizer Technologie

    MEHR GERICHT

    Russell Brand
    2 Interaktionen
    Vor Gericht
    3 Interaktionen
    Vor Gericht
    Danny Masterson und Bijou Phillips auf dem Weg zum Gericht.
    1 Interaktionen
    Gericht
    phillips
    Gericht

    MEHR AUS ZUG

    1 Interaktionen
    «Konkurrenzfähig»
    Helene Zimmermann
    21 Interaktionen
    Zuger Kantonsrätin
    EV Zug
    7:2 gegen Lugano