Spargel-Saison startet wegen Winter-Comeback wohl später
Der Kälteeinbruch bremst Schweizer Felder aus. Während Obstbauern um ihre Kulturen bangen, dürfte sich die Spargelsaison verzögern.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Kältewelle trifft die Landwirtschaft in einer heiklen Phase.
- Im Obstbau können Minusgrade je nach Blütenstand Schäden verursachen.
- Im Gemüsebau bremst die Kälte vor allem das Wachstum auf den Feldern.
- Schweizer Spargel dürfte deshalb dieses Jahr etwas später erhältlich sein.
Der Winter meldet sich zurück und trifft die Schweizer Landwirtschaft in einer heiklen Phase. Nach den milden Wochen hat die Vegetation vielerorts früh eingesetzt. Nun leiden vor allem Obstkulturen unter den tiefen Temperaturen.
Der Schweizer Bauernverband warnt auf Anfrage von Nau.ch: Je nach Vegetationsfortschritt und Pflanze könnten bei Negativtemperaturen grosse Schäden entstehen. Am stärksten betroffen sei derzeit «sicher der Obstbau».
Obstbauern besonders unter Druck
Der Temperatursturz sei angekündigt gewesen, heisst es weiter. Die betroffenen Betriebe seien aus früheren Jahren sensibilisiert und träfen meist vorsorgliche Massnahmen.
Auch im Gemüsebau braucht es Schutz. Dort ist die Lage laut den Verbänden aber weniger angespannt als bei Obstanlagen in der Blüte.
Von eigentlichen Spätfrösten will der Bauernverband aktuell noch nicht sprechen. Solche Kälteeinbrüche im Frühling kämen immer wieder vor. Je nach Wetterlage könne es aber selbst im Mai noch zu Frostschäden kommen.
Im schlimmsten Fall drohen Totalausfälle
Für die Betriebe kann das teuer werden. «Im schlimmsten Fall kann es zu Totalausfällen führen», schreibt der Bauernverband.
Viele Höfe hätten in den vergangenen Jahren bereits investiert, um sich besser gegen Wetterextreme zu schützen. Ganz verhindern lasse sich das Risiko aber nicht.

Konkrete Schadensmeldungen liegen dem Bauernverband derzeit noch nicht vor.
Spargel wächst nun langsamer
Beim Gemüse zeigt sich der Kälteeinbruch bislang vor allem beim Wachstum. Der Verband Schweizer Gemüseproduzenten teilt auf Anfrage mit, Der Gemüsebau sei von den Frostnächten deutlich weniger betroffen als Obstanlagen.
Als Schutzmassnahme werde Vlies eingesetzt. Meldungen über konkrete Schäden seien aktuell keine eingegangen.
Folgenlos bleibt die Kälte trotzdem nicht. Bereits gesetztes Gemüse wachse derzeit langsamer. Das betrifft auch den Spargel: Erste kleine Mengen dürften wohl erst auf oder nach Ostern geerntet werden und in den Hofläden auftauchen.
Grosse Auswirkungen auf den Markt erwartet der Verband derzeit aber nicht. Die Freilandsaison stehe erst am Anfang.








